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Alling:Energieeffiziente Planung

Kinderhaus in Alling soll Kriterien für besondere Förderung erfüllen

Von Manfred Amann, Alling

Ein neues Förderprogramm des Bundes soll der Gemeinde Alling die Finanzierung des geplanten sechsgruppigen Kinderhauses an der Antoni-Straße erleichtern. Die zum 1. Juli anlaufende finanzielle Unterstützung soll den Bau energieeffizienter Gebäude (BEG) anregen und gewährt laut Bürgermeister Stefan Joachimsthaler (CSU) Tilgungszuschüsse auf Kredite, die für die Finanzierung aufgenommen werden. "Das Programm kommt zur rechten Zeit und kann uns in angespannter Zeit einen finanziellen Spielraum schaffen", befand der Gemeindechef in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Die Förderung beträgt für Bauten, die nur 55 Prozent der Energie eines Standardgebäudes (KfW 55) verbrauchen, 15 Prozent in und für noch energieeffizientere Gebäude (KfW 40) sogar 20 Prozent. Da Alling für das Kinderhaus 3,5 Millionen Euro an Kredit aufnehmen will und ein Effizienzgebäude KfW 55 realisierbar ist, kann die Gemeinde auf einen Tilgungszuschuss von 525 000 Euro hoffen. Ob eventuell KfW 40 und damit ein 20 Prozent betragender Tilgungszuschuss (700 000 Euro) machbar ist, soll im Zuge des Antragsverfahrens geprüft werden.

Mit einstimmigem Beschluss hat der Gemeinderat zugestimmt, für die Beratung und für die Begleitung der BEG-Förderung das Ingenieurbüro Hausladen zu beauftragen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 12 000 Euro. Um KfW 55 oder mehr sicher zu erreichen, sind allerdings auch noch einige Investitionen in einer geschätzten Gesamthöhe von 75 000 Euro erforderlich, rund 25 000 für die Verbesserung des Wärmeschutzes/Fenster, für einen Luftdichtheitstest 5000 und für die Installation einer Photovoltaik-Anlage 45 000 Euro. "Wenn wir 87 000 Euro einsetzen müssen, um 525 000 Zuschuss zu erhalten, sollten wird dies auf jeden Fall machen", warb der Rathauschef.

Da bei der Planung darauf geachtet worden sei, möglichst ökologisch und mit hohem Qualitätsstandard zu bauen, seien nur wenige zusätzliche Investitionen erforderlich, ergänzte Thomas Muderlak. Der CSU-Gemeinderat sprach von einem willkommenen "Finanzpuffer" für den Kinderhausbau, nachdem unlängst schon Einsparungen von über 800 000 Euro beschlossen worden seien. Bedenken, dass die Gemeinde trotz Einsparungen und Tilgungszuschuss auf der sicheren Seite sei, äußerte Andreas Lang (Allinger Bürgervereinigung). "Wir erleben derzeit enorme Steigerungen bei den Materialpreisen, die dazu führen werden, dass die Kostenberechnungen der Planung von den Firmen nicht mehr eingehalten werden können", sagte der Baureferent. Beim Holz, einem Hauptbestandteil des Kinderhauses, sei die Preisentwicklung nahezu "inflationär". Lang regte daher an, sich mit einem Plan B zu beschäftigen, was bedeute, eine neue und preiswertere Planung anzugehen. Der frühere Gemeinderat habe zwar einstimmig für das teure Großprojekt gestimmt, weil es laut Altbürgermeister Fredrik Röder keine Alternative dazu gebe, erinnerte der Baureferent. Dem sei aber nicht so. Zudem hätten unlängst angebrachte Schilder verdeutlich, dass viele Bürger nicht damit einverstanden seien, dass der Sportplatz etwa zur Hälfte für das Kinderhaus geopfert werden soll.

© SZ vom 19.04.2021
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