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Alling:Ein Platz am Feuer

Maronimann Alling

Hubert Winkler hat den Beinamen "Maroni-Man".

(Foto: oh)

SPD-Gemeinderat Hubert Winkler ist als "Maroni Man" dabei

Von Manfred Amann, Alling

Wenn am Wochenende in Alling der 9. Christkindlmarkt stattfindet, wird auch der "Maroni-Man" wieder mit dabei sein. Seit dem ersten Christkindlmarkt, der alle zwei Jahre auf dem Hartplatz neben der Sporthalle aufgebaut wird, brät SPD-Gemeinderat Hubert Winkler drei Tage lang "Premium-Maroni" über einem Buchenholzfeuer, so dass er schon öfter zu hören bekam: Egal, wo man im Umkreis einen Weihnachtsmarkt besuchen würde, die besten Maroni gebe es bei ihm. "Das freut einen natürlich und spornt an, weiterhin nur beste Qualität anzubieten, auch wenn die Portionen vielleicht etwas teurer sind als anderswo", sagt Winkler. Auf die Idee, Maroni zu braten, kam der 70-Jährige in der Partnergemeinde Lannach, wo es ein Weihnachten ohne Maroni nicht gibt. "Ich habe denen dort über die Schulter geschaut und mir gesagt, das kannst du auch", erzählt er. Allerdings wollte er kein altes Ölfass verwenden wie die Steiermärker, deshalb ließ er sich von einer Firma "einen ausgetüftelten Kessel" fertigen. "Ob Maroni einen guten Geschmack bekommen, hängt in erster Linie von deren Qualität ab. Durch die Röstung und den Rauch werden sie in zehn bis 15 Minuten zu einem wahren Genuss", so Winkler. Seine Maroni seien keine gewöhnlichen Esskastanien, sondern besonders große Früchte aus dem Périgord im Westen Frankreichs, die er über gute Verbindungen über den Großhandel beziehe. Normal würden Maroni in einer Größe verkauft, dass 70 bis 80 Stück ein Kilo ergeben. "Bei meinen Maroni kommt man schon mit 30 bis 40 Stück auf ein Kilo", sagt der ehemalige Chefredakteur eines Gilchinger Fachzeitschriften-Verlags.

Er habe bei schönem Wetter aber auch bei Regen und Sturm und sogar schon bei minus 20 Grad als Maroni-Man durchgehalten und jedes Mal etwa 120 bis 150 Kilo verkauft. Mit seinem Platz am Feuer macht ihm schlechtes Wetter nicht viel aus. Probleme bereite ihm jedoch der Rauch, den er einatme. "Das nimmt mich immer ganz schön mit", sagt er, "aber da muss ich durch." Der Erlös aus dem Maroni-Verkauf ging bislang immer an die Jugendabteilung der Parsberger Schützen als Organisatoren des Marktes. Weil heuer erstmals die Feuerwehr zuständig ist, "wird der Erlös wohl dem Feuerwehrnachwuchs zugutekommen", sagt Winkler. Auf dem Christkindlmarkt, an dem Vereine und Privatpersonen selbst hergestellte Geschenke und eine Vielfalt an Leckereien anbieten, wird an allen drei Tagen auch ein musikalisch-gesangliches Begleitprogramm mit der Blaskapelle Alling, dem Trompeten-Ensemble Junior-Blech, dem Gospelchor All-Sing und Kindergartenkindern geboten. Zusätzlich treten der Spielmannszug Gilching und Alphornbläser auf. Es gibt eine lebende Krippe, und der Nikolaus kommt am Samstag und Sonntag um 18 Uhr.

© SZ vom 30.11.2019

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