Nachruf:Trauer um Kreisdekan Martin Bickl

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Nachruf: Pfarrer Martin Bickel ist mit nur 55 Jahren gestorben.

Pfarrer Martin Bickel ist mit nur 55 Jahren gestorben.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der Pfarrer von Eichenau und Alling erliegt im Alter von 55 Jahren einer langen, schweren Krankheit.

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Die Katholiken im Landkreis Fürstenfeldbruck trauern um Martin Bickl. Der Kreisdekan und Pfarrer von Eichenau und Alling ist am Sonntag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 55 Jahren gestorben.

Bickl war 29 Jahre Priester. Im Jahr 2018 wurde er nach dem Tod von Dekan Bauernfeind als dessen Nachfolger gewählt. Der war er schon in Eichenau, wohin er nach der Zusammenlegung von Sankt Magdalena und Sankt Bernhard zur Fürstenfeldbrucker Stadtkirche wechselte. Im September 2005 war Bickl auf die Pfarrstelle im Fürstenfeldbrucker Westen gekommen, nachdem er mehrere Pfarrverbände in der Nähe von Landshut geleitet hatte.

Die Kirchenmitglieder von Sankt Bernhard hofften damals darauf, dass sie wieder für einen längeren Zeitraum einen Seelsorger bekommen. Und es kam so. Wobei es für manche der Alteingesessenen am Anfang ein wenig schwierig war, mit Bickl in Kontakt zu kommen. Bereits am Tag nach seinem Dienstantritt sammelte er alle Ministranten um sich und machte mit den jüngsten Ehrenamtlichen eine Ausflug. Er wollte damit und in den folgenden Jahren zeigen, wie wichtig ihm die kirchliche Jugendarbeit war. "Er hat sich für die Belange der Jugend vehement eingesetzt", würdigte Dieter Rubenbauer von der Kirchenverwaltung im Pfarrverband Eichenau-Alling.

In Sankt Bernhard fand er eine vielschichtige Gemeinde vor. Eine, die aus seiner soziologischen Sicht nicht viel gemeinsam hatte mit der Sankt Magdalena im Herzen von Fürstenfeldbruck. Deshalb ging es ihm besonders nahe, als das Erzbistum den Pfarrverband Fürstenfeld schaffen und die beiden Gemeinden zusammenlegen wollte. Diesen Plänen galt sein Widerstand, den er aber aufgeben musste, als die Fusion beschlossen war. Die Leitung des neu geschaffenen Verbands übernahm im Herbst 2010 der Eichenauer Pfarrer und Dekan Albert Bauernfeind, Bickl wechselte von Fürstenfeldbruck nach Eichenau. Dort sollte er seine längste Amtszeit bleiben. Mit einigem Ärger in der Anfangszeit, weil es zwischen dem Pfarrgemeinderat und ihm arg krachte, aber auch mit vielen schönen Erlebnisse, wie er einmal berichtete. Im Sommer 2018 feierte er sein 25. Priesterjubiläum und freute sich auf die weiteren Aufgaben.

Der gebürtige Münchner Bickl war, wenn er nicht in Eichenau war, gerne unterwegs, speziell auf Pilgerreisen. Die Gläubigen zu begleiten, wurde für ihn zum Hobby, nachdem er während seines Studiums für ein Jahr Pilger in Rom durch die Katakomben geführt hatte. Später wurde er vom Pilgerbüro in München als geistlicher Reiseleiter gebucht. Auch mit den Mitgliedern seiner Gemeinde machte er gerne Ausflüge. Bis die Corona-Pandemie einsetzte und das Reisen unmöglich und seine seelsorgerische Arbeit schwieriger machte.

Der Eichenauer Pfarrer kommunizierte in dieser Zeit viel telefonisch oder im Internet, er sah die Homepage der Kirchengemeinde als Informationsplattform an und konnte dennoch seine Arbeit nicht so fortsetzen, wie er wollte. Seine fortschreitende Erkrankung habe es nötig gemacht, sich zum Selbstschutz zu isolieren, sagte Dieter Rubenbauer, der noch vor einer Woche mit Bickl telefoniert hat. Da war er kurz vor der Verlegung aus dem Krankenhaus in ein Hospiz bei Oberau.

In Erinnerung wird vielen Bickls Beharrlichkeit bleiben - er blieb seiner eingeschlagenen Linie treu. In einem Gespräch zu seinem Priesterjubiläum vor vier Jahren sagte er, dass ihm nach allem, was gewesen sei, die Buntheit und die Vielfalt gefielen, die er in seiner Gemeinde vorfinde. Vor allem seine aktive Kolpingsfamilie könne sich sehen lassen: "Von woanders her schaut man mit Neid auf Eichenau."

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