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Alling: Anerkennung fürs Ehrenamt

Hermann Dejako hat nach dem Ende der Politkarriere die Leitung des Seniorenbeirats übernommen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Gemeinde verleiht Bürgermedaille an Hermann Dejako

Von Manfred Amann, Alling

"Unser Land lebt von denen, die mehr tun als sie müssten". Diese Aussage des einstigen Bundespräsidenten Roman Herzog war und ist für Hermann Dejako aus Alling die Leitlinie schlechthin. Diese galt für die Arbeit als Geschäftsführer einer Metallbaufirma in Gilching ebenso wie für seine Bereitschaft, sich in seinem Heimatort ehrenamtlich zu engagieren. Für seine Verdienste um Alling hat der Gemeinderat unlängst beschlossen, den 75 Jahre alt gewordenen Dejako mit der Bürgermedaille zu ehren, der höchsten Auszeichnung der Gemeinde. Wegen Corona wird die Medaille erst in diesem Jahr in festlichem Rahmen überreicht werden. "Mit großer Freude bin ich Träger der Bürgermedaille, die mich mit Dank für diese große Ehrung erfüllt", bringt der engagierte Allinger seine Freude zum Ausdruck. Dejakos Eltern kamen aus Südtirol, zogen kriegsbedingt nach Jenbach südlich vom Achensee, wo Hermann 1945 das Licht der Welt erblickte. Nach dem Besuch der Schule "wurde aus dem Jugendlichen, dem Skifahren manchmal lieber war als zu studieren, ein österreichischer Ingenieur für Maschinenbau", skizziert Dejako seinen Werdegang. Beruflich lockte dann die bayerische Landeshauptstadt München, wo er zunächst als Mitarbeiter und bald als Leiter eines Konstruktionsbüros arbeitete.

Als junger Familienvater zog er dann 1969 nach Alling und wurde dort sesshaft, auch weil er beruflich 1972 in einem stahlblechverarbeitenden Betrieb in Gilching seine Lebensstellung fand. Fast 40 Jahre war der gebürtige Österreicher bei der Firma Zelenka beschäftigt, davon etwa 30 Jahre als Geschäftsführer. Zeitweilig war er auch Vorsitzender des Gewerbeverbandes der Nachbargemeinde. "Circa 120 Lehrlinge sind in der Zeit zu Facharbeitern ausgebildet worden, zwei Mal wurde der Firma der Bayerische Staatspreis verliehen und wir bekamen den Bundespreis für innovative Produkte", erinnert sich Dejako mit Stolz. "Mir war es von Anfang an ein Bedürfnis, mich in der neuen Heimat einzubringen, wie ich es schon in Tirol getan habe", erzählt er. Mit den Erfahrungen aus dem Pfadfinderwesen der katholischen Kirche gründete er in Alling in den Siebzigern die Junge Mannschaft als freie Form selbstverantwortlicher Jugendarbeit. Zudem wirkte Dejako einige Jahre im Vorstand des Kreisjugendringes und im Jugendwohlfahrtsausschuss des Kreistags mit. Da er sich auch für die Kommunalpolitik interessiert habe, sei der Schritt, selbst mitzuwirken naheliegend gewesen. So zog er 1984, dem Jahr, als Eberhard Boerboom zum Bürgermeister gewählt wurde, für die CSU in den Gemeinderat ein. Insgesamt 36 Jahre hatte er im Gremium mitgewirkt und sich vor allem unter Bürgermeister Frederik Röder als "Finanzminister" verdient gemacht. "Die vielen Aufgaben, besonders ein neues Gewerbegebiet auszuweisen, die finanzielle Gesundung der Gemeinde sowie Schule und Kindergarten zu sichern, waren reizvolle Herausforderungen, die wir gemeistert haben", erinnert sich der "bayerische Ösi", wie er von Freunden manchmal gehänselt wurde. Für Hobbys blieb ihm wenig Zeit. Ausflüge in die mit Tiefschnee bedeckten Berge Kanadas, um sich beim Helikopter-Skiing zu erholen, will er jedoch nicht verzichten. Die Dejakos haben drei Kinder und vier Enkel, die den Opa nun voll in Beschlag nehmen.

Ganz ohne Ehrenamt geht es aber doch nicht. Seit seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat engagiert er sich im Allinger Seniorenbeirat, der ihn zum Vorsitzenden und zum Vertreter im Landkreis gewählt hat.

© SZ vom 11.01.2021
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