Alling:Alling bekommt ein Boardinghaus

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Was der vormalige Gemeinderat noch ablehnte, hat der neue nun einstimmig angenommen

Von Manfred Amann, Alling

Entlang der Hoflacher Straße am Ortseingang von Alling soll ein Boardinghaus mit 30 Appartements - was 60 Betten entspricht - errichtet werden. Geplant ist ein etwa 94 Meter langer, einstöckiger Gebäuderiegel, der im Süden und im Norden von Wohnhäusern mit zwei Stockwerken und Dachgeschoß begrenzt sowie von zwei weiteren gleich großen dazwischen unterbrochen wird. In den Wohnblöcken sollen 17 Wohnungen entstehen. Obwohl die Allinger Ortspolitiker bei der Ausweisung des Mischgebiets einen Mix aus Wohnungen und mehreren verschiedenen und ruhigen Gewerbe- oder Dienstleistungsbetrieben im Blick hatten und daher im vergangenen Dezember den Bauantrag abgelehnt hatten, gab der neu gewählte Gemeinderat nun für diesen etwas modifizierten Antrag seine Zustimmung - ohne Gegenstimme.

"Auch wenn wir uns dort was ganz was anderes vorgestellt haben, es bleibt uns nichts anderes übrig als das Einvernehmen zu erteilen und die wenigen beantragten, geringfügigen Befreiungen von Festlegungen im Bebauungsplan zu genehmigen", erklärte Bürgermeister Stefan Joachimsthaler (CSU), denn die Kreisbehörde halte eine Ablehnung für rechtswidrig. Wie das Landratsamt als Genehmigungsbehörde mitteilte, hatte der Bauwerber vor der Eingabe im Landratsamt noch einige Änderungen im Bauantrag vorgenommen, so dass wesentliche Bedingungen für einen Beherbergungsbetrieb erfüllt sind. So sind im Gebäudekomplex im Erdgeschoß eine Lobby mit Empfang und Bewirtung geplant und im Untergeschoß ein Lager für eine Reinigungsfirma sowie ein Gemeinschaftsraum für Übernachtungsgäste.

"Gemäß Bebauungsplan ist in dem Mischgebiet ein Betrieb des Beherbergungsgewerbes zulässig", stellt die Genehmigungsbehörde fest und weist darauf hin, den Bauantrag auch ohne Zustimmung des Gemeinderats zu genehmigen. Für das neue Boardinghaus sind insgesamt 46 Stellplätze vorgehen, 20 davon sollen im Nordbereich in einer Tiefgarage unterkommen und die übrigen 26 entlang der Hoflacher Straße angelegt werden. Für CSU-Gemeinderat Walter Herz ist das "echt knapp". Bei guter Auslastung des Boardinghauses, die man dem Betreiber wünsche, sei in diesem Bereich dann mit einem Parkchaos zu rechnen. Man sollte auch an Besucher der Familien denken. Laut Bauamtsleiter Mathias Kral sind für den gesamten Gebäudekomplex gemäß Bauvorschriften jedoch 23 Stellplätze ausreichend. "Parkprobleme werden besonders die Bewohner der Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu spüren bekommen", vermutete Thomas Muderlack. Der Christsoziale schlug daher vor, mit dem Bauwerber nach Möglichkeiten für die Befestigung weiterer Stellplätze zu suchen.

ABV-Sprecher Hans Schröder hielt jedoch dagegen, dass Arbeitergruppen meist Fahrgemeinschaften bildeten, und riet dazu, wegen ein paar Stellplätzen mehr das Verfahren nicht erneut zu verzögern. Der Antragsteller habe ohnehin schon doppelt so viele Parkmöglichkeiten geplant, als vorgeschrieben seien. Von den Gästen im Boardinghaus würden vor allem der Gastronomiebetrieb sowie die Metzgereifiliale und die Backstube schräg gegenüber profitieren.

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