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Abiturfeier:Stilvolles Goodbye

Abifeier FOS Germering

Roter Teppich und festliche Kleider: die Absolventen der Fachoberschule Germering beim Einzug zur Abschlussfeier.

(Foto: Günther Reger)

An der Fachoberschule in Germering feiert der erste Jahrgang seinen Abschluss

Das hatte Stil, das hatte Format. Da musste erst die neu errichtete Fachoberschule (FOS) Germering mit ihrer ersten Abiturfeier kommen, um ein passendes Opening zu zelebrieren. So kann eine Feier auch beginnen: "Time to Say Goodbye" ertönte aus den Lautsprechern, virtuos gesungen von Andrea Bocelli und Sarah Brightman, und dazu marschierten die 83 Abiturientinnen und Abiturienten der Fachrichtungen Sozialwesen und Wirtschaft und Verwaltung in feierlichen Roben in die Aula ein und nahmen unter dem Beifall der Besucher ihre Plätze ein. Spürbar ein sehr bewegender und emotionaler Moment für alle Beteiligten.

Dann übernahmen die Abiturientinnen Charlotte Schulenburg und Sophie Schützendöbbel die Moderation der Veranstaltung und übergaben das Mikrofon an den Schulleiter. "Ich bin überwältigt von dem Einzug und der Musik", sagte Rektor Holger Wirth zu Beginn seiner Begrüßungsrede dann auch beeindruckt. Er nahm das Motto der Schüler an diesem Nachmittag "2 Jahre völlig Verwirrth" mit Humor. Die Absolventen hätten zwei kompakte Jahre des Lernens hinter sich gebracht. In der elften Klasse gab es ein längeres Praktikum in Betrieben oder Einrichtungen. "Man muss lernen, was zu lernen ist, und dann seinen eigenen Weg gehen", wählte Wirth ein Zitat des Komponisten Georg Friedrich Händel als Motto für die Schülerinnen und Schüler. Der Schulleiter wünschte sich junge Menschen, die "reflektiert und kritisch" durchs Leben gehen "und zwar nicht egoistisch und rücksichtslos, sondern miteinander, füreinander - bedacht und rücksichtsvoll." Dabei erinnerte Wirth an den "Umbruch" in der Gesellschaft und erwähnte die Schülerdemonstrationen "Fridays for Future".

Landrat Thomas Karmasin zeigte sich zufrieden mit den ersten beiden FOS-Jahren in Germering. Die Schule ist räumlich an das Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) und die Realschule Unterpfaffenhofen angegliedert. Die Abiturfeier fand in der Aula des CSG statt. "Es entwickelt sich prächtig", meinte Karmasin, hielt jedoch einen Neubau angesichts der Schülerzahlen noch nicht für notwendig. Der Landkreis ist der Träger der Fachoberschule. Etwa 20 Schüler nutzten die Möglichkeit noch ein Jahr dranzuhängen und erst nach drei Jahren das Abitur zu machen.

Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas wünschte mit Immanuel Kant, dass die Absolventen "Mut haben, sich des eigenen Verstandes zu bedienen." Die Vorsitzende des Elternbeirates, Petra Glück-Vitzmann, machte es kurz und wünschte den Absolventen "Glück und Erfolg".

Schülerin Hellei Miazadah dankte vor allem den Eltern, die sich stets "geduldig und verständnisvoll" gezeigt hätten. Die zwei Jahre an der Fachoberschule seien "die spannendsten und coolsten Jahre" ihres Lebens gewesen. Sie schwärmte noch einmal rückblickend von den Studienfahrten nach Paris, Prag und Istanbul und von der Abschlussfahrt nach Korfu. Ein Kompliment bekam ihre Mitschülerin Charlotte. Diese hatte vor jeder Prüfung laut durch die Turnhalle "viel Glück" gerufen. Das hat Hellei Miazadah und allen anderen sehr gefallen.