Frühstücken in der Isarvorstadt Selbst vom Teller grüßt Italien

Die Zutaten stammen im Da Me aus den Marken.

(Foto: Jan A. Staiger)

Im Caffè Da Me legen die Betreiber Wert auf Produkte aus ihrer Heimat. Wer hier frühstückt, bekommt selbst Fernweh - und den ein oder anderen Reisetipp.

Von Isabel Bernstein

Es gibt ja so manchen Anhaltspunkt dafür, dass München gar nicht die nördlichste Stadt Italiens ist, wie gerne behauptet wird. Da muss man nicht einmal die immer wieder gehörte Bestellung "Due cappuccinos" zitieren, es reicht ein Blick auf die Frühstücksgewohnheiten. Wo ein Italiener mit Cornetto und Cappuccino zufrieden wäre, darf es in Deutschland gerne mehr sein.

Im Caffè Da Me in der Isarvorstadt unweit der Museumsinsel dürften sowohl italienische Frühstücksminimalisten als auch solche Münchner glücklich werden, die gerne ausgiebig essen. Neun unterschiedlich üppige Frühstücke finden sich auf der Karte, dazu gibt es Kuchen, die der Besucher gleich beim Eintritt ins Lokal auf der Theke stehen sieht, Cornetti mit diversen Füllungen und belegte Panini.

Etwa ein Dutzend Tische haben im kleinen Café Platz. Die Enge schafft eine gewisse Vertrautheit, schnell kommt man mit den Betreibern ins Gespräch und bekommt den einen oder anderen Reisetipp. Sie kommen aus den Marken und teilen die Begeisterung für ihre Heimat gerne. Noch nie dort gewesen? "Müssen Sie mal hin", sagt der Mit-Inhaber und bringt gleich ein Heft, um zu zeigen, wo in Italien die Region genau liegt und was Touristen dort alles erleben können. Doch auch wer nicht das Gespräch sucht, wird die latente Sehnsucht nach den Marken verspüren: An den Wänden hängen Fotos unter anderem von der Stadt Ascoli Piceno.

Auf der Theke stehen Kuchen und Gebäck, auf einer Tafel sind die verschiedenen Kaffee-Sorten angeschrieben.

(Foto: Jan A. Staiger)

Was gibt es da und was kostet es?

Die Liebe zu den Marken zeigt sich auch beim Essen, viele Produkte stammen von dort. Sie werden teils von Familienbetrieben bezogen und im kleinen Feinkostladen, der im Caffè mit untergebracht ist, auch verkauft. Beim Frühstück "Del Contadino" etwa können sich die Gäste über Käse, Salami und Schinken aus den Sibillinischen Bergen freuen, dazu gibt es Rührei, einen kleinen Salat und frisch gespresstem Orangensaft. Wer neben etwas Deftigem noch eine Kleinigkeit für den süßen Magen möchte, dürfte mit "Supertramp" (13,90 Euro) richtig liegen: Hier werden Joghurt, Müsli und Obstsalat, Kochschinken und Rührei mit Tomaten sowie Kuchen serviert, dazu kommt ebenfalls ein frisch gepresster Orangensaft.

Wer nicht so deftig in den Tag starten will, kommt im Da Me ebenfalls nicht zu kurz: Bei der "Leggera" (5,90 Euro) werden ein Cornetto, ein Müsli mit Joghurt, Obst und ein frisch gepresster Saft serviert, dazu nach Wahl ein Espresso, Cappuccino, Latte macchiato oder Tee. Alternativ steht das gesunde Frühstück (9,80 Euro) zur Wahl. Hier kommen zwei große Buchweizen-Pancakes mit Marmelade und Honig sowie eine Schale Obst und Joghurt. Das Frühstück wird jeweils auf einem kleinen Holzbrett serviert.

Wer geht da hin?

Das Da Me ist eine gute Adresse für Menschen, die abseits der viel befahrenen Zweibrückenstraße zwischen Isar und Altstadt eine ruhige Einkehr suchen. Hier trifft man auf das deutsch-italienische Sprachtandem ebenso wie auf Signiori, die mittags bei selbstgemachter Pasta über das Leben diskutieren, oder Freunde, die sich in aller Ruhe auf einen Ratsch treffen. Kurzum Menschen, die sich in Isar-Monaco gerne für ein paar Momente nach Italien wegträumen. Dabei helfen auch die Foto-Ausstellungen, die immer mal wieder im Caffè Da Me gezeigt werden. Derzeit sind Bilder unter dem Motto "Mare e Monti", also mit Meer und Bergen als Motiven, zu sehen. Wo die aufgenommen sind? Na klar: in den Marken.

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