"Ooh Baby I like it raw" Alles, was man für ein feines Frühstück braucht

Gerne bestellt wird der Grapefruit-Teller mit Hüttenkäse, Avocadocreme, Nüssen, Honig und Brot.

(Foto: Catherina Hess)

Das kleine Café "Ooh Baby I like it raw" ist schnell zu übersehen und lebt trotz zentraler Lage von Mundpropaganda. Wer es aber findet, wird mit üppig belegten Broten, saftigen Kuchen und freundlichem Service belohnt.

Von Janina Ventker

Rap-Song oder Rohkost? Der klangvolle Name eines kleinen, oder vielmehr winzigen Cafés an der Rumfordstraße weckt sofort Assoziationen. Und sorgt mitunter für Verwirrung. "Ooh Baby I like it raw" steht in Großbuchstaben auf der Fensterscheibe. "Mit dem Namen habe ich ganz schön was angerichtet", sagt Betreiberin Gianna Steigerwald. Sie hatte einen Song des Rappers Ol' Dirty Bastard im Kopf, als sie 2015 nach einem Namen für ihr Café suchte. Manch potenzieller Gast denkt jedoch bei der Kombination von "raw" und Essen an "raw food", also Rohkost. Das schreckt die einen ab, die nichts von Ernährungstrends halten, und enttäuscht die anderen, die sich auf Gemüse-Experimente gefreut hatten. Dabei will das "Ooh Baby" einfach nur ein ganz normales Tagescafé sein.

Und das gelingt dem Laden auch ganz schön gut. Auf wenigen Quadratmetern hat Gianna Steigerwald einen charmanten Ort geschaffen, an dem man den ganzen Tag verweilen möchte. Das Café mit nur fünf Tischen ist schlicht, aber mit vielen netten Details ausgestattet. Zusammengesuchte Flohmarkt-Möbel, Bücher und Pflanzen im Regal, ein Stapel Zeitschriften, hübsche Zuckerdöschen und frische Blümchen auf den Tischen versprühen gemütlichen WG-Charme. Einer der wenigen Farbkleckse sind die mediterranen Fliesen an der Theke, die sich bei genauerem Hinschauen als bedruckte Vliestapete entpuppen. Die Hauptdarsteller in dieser Kulisse sind die hübsch angerichteten Speisen.

Das Café mit nur fünf Tischen ist schlicht, aber mit vielen netten Details ausgestattet.

(Foto: Catherina Hess)

Was gibt es da und was kostet es?

Wie eingangs erwähnt: keine Rohkost. Stattdessen: alles, was man für ein feines Frühstück braucht. Der Dauerbrenner im Café ist das Lachs-Avocadobrot mit Meerrettich-Frischkäse, Spiegelei, Kapern und Dill (12,90 Euro). Gerne bestellt wird auch das Hüttenkäse-Grapefruitbrot mit Avocado, Rucola, Granatapfel, Walnüssen, Honig und Chiasamen (10,90 Euro). Mehr als zehn Euro für ein Brot? Das klingt zunächst saftig, aber die großen knusprigen Scheiben sind auch derart üppig belegt, dass das Mittagessen danach getrost bis zum Abend warten kann.

Wer es klassisch mag, bekommt auch Rührei (drei Bio-Eier mit Brot und Butter), wahlweise mit Kräutern, Gemüse, Tomate-Feta, Avocado oder Lachs (ab 6,40 Euro). Für ein schnelles Frühstück warten auf der Theke frische Croissants (1,90 Euro) und Franzbrötchen (2,50 Euro), die toll zu einem Galao (3,50 Euro), einem portugiesischen Milchkaffee, passen. Der Kaffee ist auch entkoffeiniert, mit Soja- oder Hafermilch zu haben. Wer lieber Tee trinkt, bekommt hier keine Beutel vorgesetzt, sondern kann sich seine ganz eigene Kreation aus frischen Zutaten wie Minze, Ingwer, Zitrone, Orange, Rosmarin oder Holunderblüten-Sirup zusammenstellen - entweder in der Tasse (4,40 Euro) oder gleich in der Kanne (1 Liter 8,80 Euro).

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Von Mittwoch bis Freitag gibt es zudem eine Mittagskarte mit täglich zwei bis drei verschiedenen Gerichten. Mal gibt es Kräuter-Käsespätzle mit Salat, mal Eintopf, mal Rote-Bete-Risotto (ab 6,40 Euro). Wer erst später am Nachmittag vorbeischaut, findet auch sicher etwas in der Kuchenvitrine. Alle Kuchen (ab 3,40) sind selbstgebacken. Tipp: die Schoko-Mandel-Tarte, die schokoladiger nicht sein könnte. Eine Sünde wert sind auch die Kokosküsse, "ein Rezept von meiner Omi", sagt Gianna Steigerwald. Die kleinen Teigstücke werden in Butter, Kakao und Kokosraspeln gewälzt.

Wer geht da hin?

Vor allem Stammgäste, die sich hier wohlfühlen und wiederkommen. Obwohl das Café zwischen Isartor und Gärtnerplatz liegt - viel zentraler geht es in München eigentlich kaum -, ist es auch nach dreieinhalb Jahren noch so etwas wie ein Geheimtipp. Und lebt von Mundpropaganda. Denn allzu viele Passanten kommen in dieser Ecke nicht vorbei, zudem ist der kleine Laden leicht zu übersehen. Unter der Woche findet man also gut ein Plätzchen für einen entspannten Plausch mit der besten Freundin - oder der stets freundlichen Inhaberin. Auch junge Pärchen mit Baby im Tragetuch kehren hier ein. Am Wochenende allerdings sind die fünf Tische immer schnell besetzt, eine Reservierung sei an dieser Stelle empfohlen. Dafür muss man allerdings das Telefon bemühen, denn eine eigene Homepage hat das Café nicht, was es irgendwie noch ein Stück sympathischer macht.