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Fröttmaninger Arena statt Grünwalder Stadion:Die Löwen bleiben Giesing fern

Tela Grünwalder Stadion

OB Dieter Reiter könnte sich sogar einen Ausbau auf bis zu 20 000 Zuschauer vorstellen.

(Foto: Jakob Berr)
  • Die baldige Rückkehr der Löwen ins Grünwalder Stadion, von der viele Fans träumen, ist zumindest vertagt.
  • "Wir bleiben so lange in der Arena, bis wir die Mittel haben, um eine eigene zu realisieren", stellte Präsident Gerhard Mayrhofer stellte im Gespräch mit der SZ klar.
  • Dabei wäre die Stadt München, Eigentümerin des Stadions in Giesing, einer Rückkehr wohl nicht mehr im Wege gestanden.

Das Tor von Kai Bülow in der Nachspielzeit hat den TSV 1860 München am Dienstagabend gerade noch in der zweiten Fußballbundesliga gehalten - und zugleich die baldige Rückkehr der Löwen ins Grünwalder Stadion, von der viele Fans träumen, zumindest vertagt.

Denn Präsident Gerhard Mayrhofer stellte am Donnerstag im Gespräch mit der SZ klar: "Wir bleiben so lange in der Arena, bis wir die Mittel haben, um eine eigene zu realisieren." Dabei wäre die Stadt München, Eigentümerin des Stadions in Giesing, einer Rückkehr wohl nicht mehr im Wege gestanden. Im Gegenteil: OB Dieter Reiter könnte sich sogar einen Ausbau auf bis zu 20 000 Zuschauer vorstellen.

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Reiter wartet auf "eine klare Aussage des Vereins"

Am Tag nach dem erfolgreichen Relegationsspiel der Löwen machte der Oberbürgermeister noch einmal klar, dass er für deren Rückkehr nach Giesing durchaus offen sei. "Ich kann mir vorstellen, dass wir das Stadion auf 15 000 bis 20 000 Zuschauer erweitern könnten", sagte Reiter am Mittwoch der SZ. "Der Verein muss aber selbst einschätzen, ob ihm das reicht", so der OB.

Beim entscheidenden Relegationsspiel gegen Kiel waren fast 60 000 Zuschauer in der Fröttmaninger Arena. Die Stadt hatte ihr Stadion an der Grünwalder Straße für einen Spielbetrieb der dritten Liga und derzeit maximal 12 500 Zuschauer renovieren lassen. Zu wenig für die zweite Liga: Die Deutsche Fußballliga (DFL) schreibt eine Kapazität von mindestens 15 000 Zuschauern vor. Daran sollte es aber laut OB Reiter nicht unbedingt scheitern. "Wir warten aber auf eine klare Aussage des Vereins", sagte Reiter.

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Die gaben die Löwen auf Nachfrage der SZ: "Das Grünwalder Stadion wäre für uns nur im Abstiegsfall ein Thema gewesen", sagt Präsident Mayrhofer. Eine Rückkehr ins Grünwalder Stadion könnte ohnehin frühestens ab der Saison 2016/17 eine Option sein, weil 1860-Geschäftsführer Markus Rejek im Lizenzierungsverfahren bei der DFL für das Stadion gar keine Spielberechtigung beantragt hatte. Und Mayrhofer glaubt, dass ein Spielbetrieb in der zweiten Liga nur lohnenswert wäre, "wenn die Kapazität auf ungefähr 22 000 bis 25 000 Plätze angehoben wird".

Langfristig streben die Vereinsvertreter den Bau eines neuen Stadions an. "Das können wir allerdings erst klären, wenn tatsächlich dafür ein Investor da ist", sagt Siegfried Schneider, der Vorsitzende des Verwaltungsrats. Damit lässt er durchblicken, dass er die Hoffnung aufgegeben hat, Löwen-Geldgeber und -Teilbesitzer Hasan Ismaik könnte sich an einem Neubau beteiligen. "Die Finanzierungsfrage ist vollkommen offen", sagt auch Präsident Mayrhofer. Dem kolportierten Wunsch Ismaiks, 1860 könnte in einem Jahr ins Olympiastadion umziehen, widerspricht Schneider: "Auch das Olympiastadion könnte nur eine Übergangslösung sein - und für 2016 sehe ich diese nicht am Horizont."

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Ein Grundstücksgeschenk kommt für die Stadt nicht infrage

Selbst die entschiedensten Verfechter einer Löwen-Spielstätte Grünwalder Stadion haben derzeit keine Hoffnung mehr auf eine Rückkehr - wenn der sportliche Erfolg vom Dienstag sich nur irgendwie fortsetzt. "Wird es wieder eine Grottensaison, kehren wir vielleicht zurück ins Grünwalder. Geht es aber in Richtung Aufstieg, dann bleiben wir wohl vorerst in der Arena", sagt Markus Drees, Vorsitzender der "Freunde des Sechz'ger Stadions" . Ein rascher Umzug wäre ohnehin utopisch, die notwendigen Baumaßnahmen in der Kürze der Zeit nicht durchführbar gewesen. Den Zuschauerschnitt sieht Drees künftig "wohl eher um die 20 000". Einen Neubau für eine solche Kapazität hält er aber für die unrealistischste Variante.

Tatsächlich dürfte der Verein für diesen Fall auch nicht auf allzu viel Hilfe von Seiten der Stadt hoffen. "Auch da sind wir für alles offen", sagt OB Reiter. Ein Grundstücksgeschenk komme aber gar nicht infrage, weder an dem schon diskutierten Standort in Riem noch womöglich im Olympiapark. Aus Sicht Reiters drängt die Entscheidung der Löwen aber nicht. "Wenn sie sich gegen das Grünwalder Stadion entscheiden, bleiben wir bei unseren Plänen für das Stadion", sagte Reiter. Bedeutet: Es bliebe Spielstätte für die zweiten Teams von Bayern und 1860 sowie den Frauen- und Jugendfußball.