Fröttmaning Zu Gast im Pferde-Solarium

Die internationalen Reit-Equipen sind der Stolz des Parks.

(Foto: Florian Peljak)

Der Freizeitpark "Equilaland" eröffnet mit einer Parade, Prominenten und Skurrilem. Auf 50 000 Quadratmetern sollen die Besucher auf spielerische Weise mehr über Pferde erfahren - sei es in der Kinder-Uni oder im Pferde-Kino.

Von Magdalena Latz

Beißender Dampf quillt unter dem Pferd hervor. "Ich glaub', ich krieg 'ne Rauchvergiftung", quengelt ein kleines Mädchen und hält sich die Nase zu. Das Pferd scheint sich nicht daran zu stören und lässt den Schmied geduldig weiter an seinem Huf werkeln. An diesem besonderen Tag bekommt er Hilfe von Schauspieler Hardy Krüger Junior. Unter den strengen Blicken der Zuschauer hämmert der Aushilfsschmied auf das Eisen, um es an den Huf des Pferdes anzupassen. Die Schmiede ist eine von elf Attraktionen, die man im neuen Equilaland in Fröttmaning besichtigen kann. Am Sonntag wurde der Pferde-Freizeitpark mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet.

Auf weißen Pferden traben livrierte Männer mit barocken Perücken in den Park. Ihnen folgen zahlreiche weitere Reiter auf Pferderassen, die aus der ganzen Welt stammen. Schaum tropft aus den Mäulern, die Augen sind weit aufgerissen. Die internationalen Reit-Equipen sind der Stolz des Parks - und natürlich soll damit schon gleich zu Beginn aufgetrumpft werden. Zwischen den Tieren laufen fantastische Wesen in bunten Kostümen, die einer fremden Welt entsprungen zu sein scheinen und Fahnen schwenken. Erst nach der Parade branden die wartenden Gäste wie eine Welle auf das Gelände, mehr als 1000 seien geladen, heißt es vom Veranstalter - darunter Moderatorin Karen Webb, Musikproduzent Thomas Stein und Schauspielerin Marie Bäumer, die ganz besonders umjubelt wird.

Auf 50 000 Quadratmetern wurde der Park errichtet - um seine Herzkammer, den Showpalast München herum, der die Pferdeshow "Equila" seit November 2017 beheimatet. Doch im Gegensatz zur Show, die mit ihren Lichteffekten und der dramatischen Musik immer knapp an Kitsch und Reizüberflutung vorbeischrammt, ist der Park wesentlich nüchterner gestaltet. Ein bisschen wirkt es so, als hätten sich die Macher nicht entscheiden können zwischen einem aus dunklem Holz durchgestylten Park und einer fröhlich-bunten IKEA-Welt.

Sie sei froh, dass das Baby endlich auf der Welt ist, ruft Geschäftsführerin Meike Arnason den Zuschauern bei ihrer Eröffnungsrede in der Arena zu. "Dies ist ein Park jenseits von höher, schneller, weiter. Er soll eine bereichernde Auszeit vom Alltag sein," so Arnason. Im Mittelpunkt steht die spielerische Wissensvermittlung rund ums Pferd. Karussells oder Achterbahnen gibt es keine.

"Ich freu' mich am meisten auf den Pferde-Spa", quiekt ein Mädchen und beißt genüsslich in seinen Donut. "Dort kann man die Pferde selbst putzen und ihnen Zöpfchen flechten." Zangao hat die Prozedur schon hinter sich. Jetzt trocknet das weiße Fell des Hengsts unter den Lämpchen des Pferde-Solariums. Neben ihm schreitet ein anderes Pferd gemächlich auf einem überdimensionierten Laufband. "Das ist vor allem im Winter wichtig, wenn sich die Pferde draußen nicht so gut bewegen können," erklärt einer der Helfer.

Und es gibt noch mehr zu entdecken: Das Pferde-Kino etwa, das kurze Dokumentationen für Kinder zeigt, oder die Reithalle, in der die Equipen für ihre Show proben. Und dann gibt es noch die Kinder-Uni. Der Raum wirkt wie ein Hörsaal, in der Mitte steht ein Mann, der sich Markus Nominus Pferdekuss nennt, er trägt einen weißen Kittel und erklärt den Kindern alles zum Thema Pferd, ganz kindgerecht natürlich. Doch plötzlich verwandelt sich Markus Nominus Pferdekuss in einen Quizmaster. Bunte Scheinwerfer sind auf ihn gerichtet. Jetzt müssen die Kinder bei einem "Eins, zwei oder drei?"-Spiel beweisen, was sie gerade gelernt haben. Zur Belohnung gibt's Pferdeäpfel - aus Plastik.

Die Pferdeäpfel für die Kinder sind kostenlos, die Eintrittspreise für den Park hingegen eher münchnerisch: 14,90 Euro kostet ein Ticket für Kinder bis zwölf Jahre an der Tageskasse, Erwachsene bezahlen 18,90 Euro. Das Familienticket gibt es für 42,70 Euro. Im Vorverkauf sind die Karten etwas günstiger.

Besser informiert - mit SZ München