Fridays for future Neuer Stundenplan für den Klimaschutz

Immer freitags demonstrieren Schüler für mehr Klimaschutz, hier am 5. April auf dem Marienplatz.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium organisiert einen Klima- und Umweltschutztag - und ermöglicht den Schülern mit Kurzstunden, an "Fridays for future"-Demos teilzunehmen.
  • Wer nicht zur Kundgebung geht, kann sich in verschiedenen Projekten engagieren.
  • Zur Diskussion steht auch, klimaschonendere Klassenfahrten einzuführen: Wandern statt Skifahren.
Von Jakob Wetzel

Für den Klimaschutz demonstrieren statt in die Schule zu gehen? Vor wenigen Wochen noch hat das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in Bogenhausen mit einem Elternrundbrief Aufsehen erregt, in dem mit Blick auf "Fridays for future"-Demos von möglichen Bußgeldern und anderen Sanktionen die Rede war. Ein Missverständnis, beteuerte der Schulleiter - doch von Geldbußen ist ohnehin längst keine Rede mehr. Vielmehr geht das Gymnasium nun einen ganz anderen Weg.

Für Freitag, den 24. Mai, plant die Schule ihren ersten "Klima- und Umweltschutztag". Der Unterricht soll in Kurzstunden gehalten werden. Und wie aus einem neuerlichen Rundbrief hervorgeht, dürfen die Schülerinnen und Schüler dann ab 11.20 Uhr demonstrieren gehen: Ab der neunten Klasse dürfen sie zu den "Fridays for future"-Kundgebungen; alternativ können sich alle Schüler, auch die jüngeren, an einer eigenen Kundgebung vor dem Schulgelände beteiligen. Oder sie engagieren sich in verschiedenen Projekten für mehr Umweltschutz am Gymnasium oder auch zu Hause - und auch diese haben es in sich.

Schule in München Doch kein Bußgeld wegen Schülerstreiks
Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium

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Schritt zurück: Ein Münchner Gymnasium will nun doch keine Sanktionen gegen Eltern einführen, deren Kinder zu den "Fridays for Future"-Demos gehen, statt den Unterricht zu besuchen.

Acht Projekte und Aktionen stehen auf dieser Liste, zusätzlich zu den beiden Demonstrationen. Die Rede ist nicht nur davon, in der unmittelbaren Umgebung der Schule Müll einzusammeln oder nach Möglichkeiten zu suchen, den an der Schule täglich anfallenden Abfall zu reduzieren. Sondern die Schüler wollen auch über schmerzhafte Einschnitte wie etwa klimaschonendere Klassenfahrten diskutieren - also darüber, ob zum Beispiel die bisherigen Skilager abgeschafft und durch Wander- und Naturerlebnisfahrten ersetzt werden sollen. Eine andere Gruppe soll einen Leitfaden entwickeln, "wie auch zu Hause der Gedanke der Nachhaltigkeit umgesetzt werden kann (Fahrten mit dem Pkw, Konsumverhalten, Ferienreisen etc.)".

Die Schule habe diese Projekte nicht vorgegeben, sagt Schulleiter Wolfgang Hansjakob. Vielmehr hätten Klassen- und Schülersprecher in Abstimmung mit dem Elternbeirat Vorschläge in ihren Klassen gesammelt und an die Schulleitung herangetragen. Dort seien sie dann gemeinsam mit der Umweltbeauftragten des Gymnasiums zu zehn Punkten gebündelt worden. "Uns als Schule ist es wichtig, dass die Ideen von den Schülern selber kommen", sagt Hansjakob. "Nur dann gibt es Aussicht auf Erfolg."

Schon jetzt gebe es viel Engagement für den Klimaschutz

Wie die einzelnen Schüler den Projekttag nutzen wollen, ist ihnen überlassen. Beteiligen aber müssen sich alle. Mit derzeit etwa 1300 Schülern ist das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium eines der größten Gymnasien in München. Es habe aber seines Wissens keine Klagen von Schülern gegeben, dass diese sich nun zwangsweise mit Umweltschutz beschäftigen müssen, sagt Hansjakob. "Mir ist nichts zu Ohren gekommen. Und das Thema ist bei uns ohnehin präsent." Schon jetzt gebe es viel Engagement für den Klimaschutz. Im Oktober ist das Gymnasium als "Umweltschule in Europa" ausgezeichnet worden.

Welche Konsequenzen der Projekttag dann tatsächlich haben wird, ist offen. Nach den Pfingstferien werde es einen weiteren Umwelt- und Klimaschutztag geben, kündigt Hansjakob an. Wie es aber konkret weitergeht, werde erst nach Abschluss des ersten Projekttags besprochen.

Für diesen hat die Schule freilich kurzfristig umgeplant. Ursprünglich sollte er bereits diesen Freitag stattfinden. Doch bis Mittwochnachmittag gab es im Internet noch keinen konkreten Aufruf zur Demonstration in München. Man wolle schon demonstrieren, kläre mit der Stadt aber noch den Ort, heißt es von den Organisatoren der Schulstreiks. Die Schule aber hat ihren Projekttag bereits sicherheitshalber auf den 24. Mai, den Freitag vor der Europawahl, verschoben: Denn wenn die Schüler schon einmal demonstrieren dürfen, sollte es auch eine Demo dazu geben. Für den 24. Mai ist ein "Großstreik" auf der Theresienwiese mit Demonstrationszug durch die Stadt geplant.

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