Ein Mann und eine Frau treffen sich in Algier, es ist das Jahr 1938. Die Sonne strahlt, die beiden gehen baden und ins Kino, später kommt sie mit ihm nach Hause und sie haben Sex. Als die Frau den Mann fragt, ob er sie liebe, antwortet er: „Das hat keine Bedeutung.“ Dass so etwas nicht gut ausgehen kann, dürfte nicht nur den Lesern von Albert Camus’ „Der Fremde“ bekannt sein. Der 1942 erschienene Roman ist ein Klassiker der Weltliteratur, mit seinem Protagonisten Meursault erschuf Camus eine Figur, die durch ihre Gleichgültigkeit regelrecht provoziert.
Ein solcher Stoff lässt sich nicht leicht adaptieren, Luchino Visconti versuchte es trotzdem. Er verfilmte den Roman 1967, mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle. Anfang Januar 2026 startet in den Kinos eine Neuverfilmung von François Ozon, der als Regisseur so viel dreht wie kaum ein anderer und gerade erst mit seinem Krimi „Wenn der Herbst naht“ begeisterte. Die Rolle des Meursault übertrug Ozon dem Jungschauspieler Benjamin Voisin („Sommer 85“). Das Münchner Leopold Kino zeigt den in prächtigen Schwarz-Weiß-Bildern schwelgenden Film vorab als Preview.
Der Fremde, F 2025, Regie: François Ozon, Previews im Leopold Kino, Montag, 15., und Mittwoch, 17. Dezember, Leopoldstraße 78

