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Freistaat tauscht Eisbachwelle:Die Welle ist gerettet

Nach den ewigen Querelen um die Surfer am Eisbach ist Münchens berühmte Welle nun gerettet. Der Freistaat Bayern hat mit der Stadt München den Besitz getauscht.

Save the Wave - rette die Welle. Diesen Aufruf von Münchner Surfern und mehrerer Tausend Sympathisanten nimmt die Stadt ernst. Sie tauscht mit dem Freistaat ein paar Quadratmeter Grünstreifen auf der Ostseite der Königinstraße gegen die weltberühmte Eisbach-Welle.

Gerettet: Ab jetzt müssen die Surfer am Eisbach nicht mehr um ihr Revier fürchten.

(Foto: Foto: dpa)

Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel verliert damit sein Anliegerrecht als Nachbar des amerikanischen Generalkonsulats. Dennoch sprach sich das Gremium einhellig für den Deal aus. Jörg Hoffmann (FDP) wunderte sich sehr über das Verhalten der Bayerischen Staatsregierung, die die Haftung hier nicht länger tragen wollte. Da müsse irgendwo ein ganz außergewöhnlich ängstlicher und korrekter Beamter sitzen - so wie jener, der der altehrwürdigen Feldherrnhalle urplötzlich Ketten als Absturzsicherung verordnet hatte.

Der BA-Vorsitzende Wolfgang Püschel (SPD) nahm den Freistaat in Schutz: Es sei nicht länger zumutbar gewesen, dass der Verwalter des Englischen Gartens, Thomas Köster, persönlich haften musste. Das Gremium machte sich zwar Gedanken, ob nun Oberbürgermeister Christian Ude das Risiko für manchmal waghalsig wirkende Aktionen tragen müsse oder der gesamte Stadtrat, doch man war sich einig: Touristen aus aller Welt sollen weiter von der Brücke an der Prinzregentenstraße aus spektakuläre City-Surfkunst beobachten.

Es habe zwar tödliche Badeunfälle im Eisbach gegeben, jedoch keine mit Surfern, erklärt Rudolf Fuchs, im Referat für Gesundheit und Umwelt verantwortlich auch für wasserrechtliche Fragen. Die Stadt werde ihrer Verkehrssicherungspflicht rund um das kultige Surf-Revier nachkommen - und sei im Übrigen ausreichend versichert. Sie könne daher den "Gemeingebrauch" dieser hier wegen einer Schwelle aufgetürmten Wassermassen durch Geübte unbedenklich weiter dulden. Das werde ausdrücklich geregelt in der ohnehin anstehenden Novelle der Bade- und Bootverordnung, die der Stadtrat im Frühjahr absegnen solle. Darin werde aber auch verankert, dass jeder Sportler im Eisbach auf eigenes Risiko auf seinem Board balanciere.

Finanzminister Georg Fahrenschon habe den Tausch im Frühjahr vorgeschlagen, weil die Stadt den Gebrauch der Welle leichter in einer Satzung regeln könne, berichtet Fuchs. Da die Welle allein kein "eigentumsfähiges Gebilde" sei, übernehme die Stadt auch die Uferstreifen mit.

© sueddeutsche.de/wib

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