Übersetzerstipendium für Sophia MarzolffBrücken nach Tschechien bauen

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Wird in ihrer Arbeit mit 10000 Euro unterstützt: die Übersetzerin Sophia Marzolff.
Wird in ihrer Arbeit mit 10000 Euro unterstützt: die Übersetzerin Sophia Marzolff. (Foto: privat)

Die Übersetzerin Sophia Marzolff erhält für ihre Übertragung eines Romans von Alice Horáčková aus dem Tschechischen ein Arbeitsstipendium 2025 des Freistaats Bayern.

Von Antje Weber, München

Ein Riss geht durch diesen Menschen: Auf dem Titelbild der tschechischen Ausgabe des Romans „Rozpůlený dům“ (Geteiltes Haus) sieht man eine junge Frau, deren Herz, ja ganzer Körper in zwei Hälften gespalten scheint. Und tatsächlich geht es im Roman von Alice Horáčková, der vor drei Jahren in Tschechien erschien, um eine Welt voller Spannungen: Ihre Familiengeschichte spielt über mehrere Generationen hinweg in einem Dorf im Riesengebirge, in dem einst Tschechen und Sudetendeutsche zusammenlebten – bis die Risse spätestens mit der deutschen Besetzung 1938 immer tiefer wurden. Risse, die nach einer von Gewalt und schließlich Vertreibung geprägten Geschichte lange unkittbar schienen.

Dass die Münchner Übersetzerin Sophia Marzolff diesen Stoff ins Deutsche überträgt, bringt ihr nun ein Arbeitsstipendium des Freistaats Bayern ein. „Ihre Übersetzungen schlagen Brücken“, so Kunstminister Markus Blume in der Begründung, „nicht nur zwischen Sprachen, sondern auch zwischen Lebenswelten“. Der Freistaat dankt der Übersetzerin mit der mit 10 000 Euro dotierten Auszeichnung für ihren „unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Verständigung“.

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Mit Kurt Tucholsky nach Schweden, mit Maike Albath nach Neapel und mit Louis Lewitan und Stephan Lebert zu den blinden Flecken vieler Familien  – was in München in der zweiten Juni- und der ersten Juli-Hälfte an Lesungen geboten ist.

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Sophia Marzolff, 1971 in Heidelberg geboren, arbeitet seit mehr als zwei Jahrzehnten als Literaturübersetzerin aus dem Tschechischen, Französischen und Italienischen in München. Die Jury des Arbeitsstipendiums überzeugte, dass sie „so souverän wie feinfühlig“ übersetze: „Immer wieder platziert sie behutsame Akzente und reichert ihren Text mit Idiomen an, ohne sich dem tschechischen Original anzubiedern oder ihm das Besondere zu nehmen.“ Auf diese Weise erschließe sie den Roman von Alice Horáčková dem deutschen Lesepublikum.

Das muss sich allerdings noch ein wenig gedulden: 2026 soll der fast 500 Seiten dicke Roman im Diogenes Verlag erscheinen. Erste Einblicke in das Thema und ihre Übersetzungsarbeit wird Sophia Marzolff bereits bei der öffentlichen Preisverleihung geben, am 24. Juli (18 Uhr) im Literaturhaus München.

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