In der Nacht zum Freitag endet der kommerzielle Betrieb des Steinkohlekraftwerks in Anglberg bei Zolling. Ganz stillgelegt wird es nicht, der Kohleblock bleibt als Netzreserve erhalten. Erst zum 31. März 2031 wird die Kohleverstromung eingestellt, wie Energieversorger Onyx mitteilt. Erst dann wird Bayerns letztes großes Kohlekraftwerk abgeschaltet.
Am Standort Zolling wird nun deutlich weniger Energie produziert als bisher. Das Kohlekraftwerk, das 1986 in Betrieb gegangen ist, lieferte 1,1 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr, das Biomassekraftwerk, das 2003 eröffnet wurde, 137 Millionen. Diese Lücke wird nach Auskunft von Onyx durch andere Kapazitäten im Markt aufgefangen, allerdings nicht in Zolling.
Entlassungen wird es nach Unternehmensangaben keine geben. Etwa 140 Beschäftigte sind in Zolling tätig, die würden auch künftig gebraucht. Denn es muss gesichert werden, dass das Kohlekraftwerk jederzeit wieder angefahren werden kann, etwa wenn Sonne und Wind wetterbedingt nicht genügend Energie liefern.
Onyx Power hatte diesen Schritt bereits vor zweieinhalb Jahren angekündigt. Damals erhielt das Unternehmen den Zuschlag von der Bundesnetzagentur, die Kohleverstromung Anfang 2025 zu beenden. „Dies steht im Einklang mit unserer Unternehmensstrategie, die den Ausstieg aus der Kohle für alle Standorte bis spätestens 2030 vorsieht“, sagte Geschäftsführer Peter Feldhaus damals. Im vergangenen Jahr waren in Zolling 368 679 Tonnen Kohle verbraucht worden.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bedauert, „dass Zolling jetzt vom Netz geht“. Mit 500 Megawatt habe Zolling fast die halbe Leistung des früheren Kernkraftwerks Isar 2 erreicht. Das Kohlekraftwerk sei damit „eine sehr namhafte Energiequelle und hätte auch noch länger am Netz bleiben können“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die Fernwärmekunden in Freising, Zolling und Hallbergmoos wird der Energiepark Zolling auch über 2025 hinaus versorgen. In der vergangenen Woche unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit der Fernwärmeversorgung Freising GmbH und der Bayernwerk Natur GmbH für den Zeitraum von 2026 bis 2030. Sichergestellt werden soll die zugesagte Einspeiseleistung von 178 Megawatt zunächst durch das Biomasseheizkraftwerk sowie die bestehenden Kessel- und Heizwerke in Weihenstephan und Hallbergmoos, die überwiegend mit Gas arbeiten. Langfristig soll die gesamte Fernwärmeversorgung durch regenerative Energien erfolgen.

