Zolling:Fit werden für den Kohleausstieg

Kraftwerk Zolling

Die Betreiber des Kraftwerks in Zolling wollen den Standort durch ein mit Gas betriebenes Wärmekraftwerk für den Kohleausstieg wappnen. Außerdem werde damit die Region mit Energie und Wärme versorgt und könnten Arbeitsplätze halten werden, sagt Sprecherin Victoria Lohse

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Firma Onyx Power, Eigentümerin des Kohlekraftwerks Anglberg, arbeitet an Plänen für den Bau eines mit Gas betriebenen Wärmekraftwerks auf einem ehemaligen und bereits geräumten Kohlelagerplatz

Von Katharina Aurich, Zolling

Die Firma Onyx Power, Eigentümerin des Kohlekraftwerks Zolling, plant ein mit Gas betriebenes Wärmekraftwerk, um den Standort fit für den Kohleausstieg zu machen. Außerdem werde damit die Region mit Energie und Wärme versorgt und Arbeitsplätze würden erhalten, erläuterte Konzernsprecherin Victoria Lohse. Die Anlage mit rund 55 Megawatt elektrischer und 53 Megawatt thermischer Leistung solle zunächst mit konventionellem Gas betrieben werden, 2024 in Betrieb gehen und sei ein weiterer Schritt zum Umbau des Kraftwerks Zolling zum "diversifizierten Energiepark".

Am Dienstag stellten Kraftwerksleiter Lothar Schreiber und Projektleiter Kristian Enste das Projekt den Zollinger Gemeinderäten vor, die das Vorhaben positiv aufnahmen. Auch zwölf Zuhörer waren zur Sitzung gekommen.

Mit der Kraft-Wärme-Kopplung im neuen Gaskraftwerk könne auch nach dem Kohleausstieg das Fernwärmenetz, das von Zolling über Freising bis zum Flughafen reiche, weiter versorgt werden, erläuterte Bürgermeister Helmut Priller. Er fände es gut, dass es eine weitere Perspektive für den Standort gäbe und das Gaskraftwerk die Lücke in der Stromversorgung, die nach der Stilllegung der Kohlekraftwerke entstehen würde, schließe. Für den Fall, dass man lediglich die Wärme aus dem Gaskraftwerk benötige, aber keinen Strom, da ausreichend regenerativ erzeugter vorhanden sei, könnte man die Energie nutzen, um mit Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Eine solche Anlage hätte Pilotcharakter, so der Rathauschef.

Das geplante Wärmekraftwerk sei so konzipiert, dass es später einmal ohne Umrüstung auch mit Wasserstoff oder "Grünen Gasen" betrieben werden könne, erläuterte Enste. Die neue Anlage würde auf einem ehemaligen und bereits geräumten Kohlelagerplatz errichtet. Anfang des kommenden Jahres solle das Genehmigungsverfahren starten, sodass Ende des Jahres gebaut werden könne, schildert Lohse den Zeitplan. Die Schadstoffgrenzen würden auch dann eingehalten, wenn beide, sowohl das Kohle- als auch das Gaskraftwerk, parallel liefen, versicherte Enste auf Nachfrage. Zudem würden sämtliche Emissionen der geplanten Anlage in einem eigenen Verfahren geprüft. Eine weitere Frage galt der Klärschlammtrocknungsanlage, deren Spatenstich bereits drei Jahre zurück liegt. Die Anlage hatte zunächst Probleme bereitet,vor allem wegen der Geruchsbelästigung. Sie laufe inzwischen reibungslos noch im Probebetrieb, so Lohse. Der getrocknete Klärschlamm werde zusammen mit Kohle im Kohlekraftwerk verbrannt. Wenn dieses abgeschaltet werde, könne der Klärschlamm im Biomassekraftwerk, das sich neben der Kohleanlage befindet, verstromt werden.

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