Zertifizierung ist das Ziel Eching macht seine Hausaufgaben

Baubeginn für den Radweg nach Garching an der Garchinger Straße soll der 24. Juni sein.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Gemeinde will fahrradfreundlicher werden und arbeitet daran, das bestehende Netz auszubauen und zu verbessern

Von Klaus Bachhuber, Eching

Eine fahrradfreundliche Kommune will Eching werden, die formalen Startvoraussetzungen für diese amtliche Zertifizierung durch den Innenminister sind bereits eingeleitet. Und das scheint auch bitter nötig zu sein: Ein - freilich nicht repräsentativer - "Klimatest" des Deutschen Fahrradclubs hat Eching miserable Zensuren ausgestellt, gerade noch einen schlechten Vierer gab es im Schulnotensystem für die Situation des Radverkehrs am Ort. Wie steht es nun mit dem Prozess, der binnen vier Jahren zum positiven Etikett führen soll?

Aktuell hat das Rathaus gerade wieder Theorie gebüffelt. In der Woche vor den Ferien nahmen die Fahrradbeauftragten der Gemeindeverwaltung plus interessierte Gemeinderäte an einem Seminar der "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen" im Echinger Rathaus teil; Thema waren dabei der Radwegebau durch die Instanzen, Tipps für Förderprogramme und Foren zum Erfahrungsaustausch. Auch für die Gestaltung von "Kreuzungen" zwischen Radwegen und Grundstückszufahrten, wie sie etwa im Gewerbegebiet-Ost in rascher Folge den Radverkehr erschweren, gab es Handreichungen.

Mit dem Radweg nach Garching entlang der Garchinger Straße hat die Gemeinde gerade eine Planung konkret im Köcher, die nach jahrelangem Rechtsstreit um den nötigen Grund nun umgesetzt wird. Geplanter Baubeginn ist der 24. Juni. Gebaut wird von Süd nach Nord, also von der "Blauen Brücke" weg in Richtung Garching, Fertigstellung soll Ende Oktober sein.

Außerdem wird der Radweg zwischen Eching und Günzenhausen entlang der Kreisstraße besser beleuchtet. Die Solarlampen, die den düsteren und schwer einsehbaren Weg illuminieren und damit auch abends attraktiver machen sollen, sind bereits bestellt und sollen im Sommer schon Sonnenenergie tanken. Als weitere Maßnahme sind über 600 moderne Fahrradstellplätze am Bahnhof gerade in Planung.

Für eine Radwegeverbindung entlang der S-Bahn-Linie von Freising über Neufahrn, Eching, Unter- oder Oberschleißheim bis zur U-Bahn in Feldmoching haben sich die beteiligten Kommunen zusammengetan und gerade eine Planungsanalyse in Auftrag gegeben. Ein Radschnellweg zwischen den Hochschulen Garching und Weihenstephan ist bereits skizziert, hier kann zumindest Dietersheim unmittelbar angebunden werden. Das Rathaus bemüht sich da gerade um den nötigen Grunderwerb auf Echinger Flur.

Und ebenso versucht Eching, an die erste "Rad-Autobahn" des Münchner Umlands anzudocken, die vom Stadtkern der Landeshauptstadt bis Unterschleißheim führen wird. Hier muss im Gemeindegebiet noch ein Lückenschluss zwischen dem Hollerner See und der Bundesstraße B13 angelegt werden. Auch dazu laufen gerade Grundstücksverhandlungen.

Als formale Neuerung hat der Echinger Fahrradbeauftragte Leon Eckert, Gemeinderat der Grünen, gerade einen Antrag eingebracht, künftig bei Neubauten oder Umnutzungen auch Zahl und Mindeststandards von Fahrradstellplätzen so festzuschreiben, wie es bei Auto-Parkplätzen schon seit jeher die Regel ist.

Und schließlich wird ein uraltes Projekt im Rathaus gerade wieder ausgegraben. Vor Jahren hatten die Nachbargemeinden der Nordallianz, die seit geraumer Zeit eine gemeinsame Radwegekarte auflegen, auch eine gemeinsame Beschilderung durch die neun Mitgliedskommunen geplant. Das Schilderkonzept muss wohl in irgendwelchen Rathausschubladen schlummern und soll nun endlich umgesetzt werden.