Wohnungsbau in FreisingAm Stadteingang entsteht ein neues Quartier

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Auf den Seilerbrücklwiesen wird Wohnraum für 440 Menschen geschaffen.
Auf den Seilerbrücklwiesen wird Wohnraum für 440 Menschen geschaffen. Marco Einfeldt
  • In Freising entsteht auf den Seilerbrücklwiesen ein neues Quartier mit 140 Wohneinheiten für 440 Menschen in vier Bauabschnitten.
  • Der erste Bauabschnitt mit zehn Stadthäusern und 28 Wohnungen soll bis Winter 2027 fertig werden.
  • Die Stadthäuser kosten über eine Million Euro, Wohnungen liegen bei über 8000 Euro pro Quadratmeter.
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In Freising nimmt ein neues Viertel Gestalt an: 140 Wohneinheiten in vier Bauabschnitten, direkt an den Isarauen – aber auch an der viel befahrenen Münchner Straße.

Von Kerstin Vogel, Freising

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Ein großer grüner Kran überragt das Gelände, ein paar Straßen sind schon geteert, an ersten Fundamenten wird gearbeitet. Zu den Isarauen hin begrenzt ein provisorischer Zaun das 24 000 Quadratmeter große Baugebiet „Seilerbrücklwiesen“. 140 Wohneinheiten sollen hier entstehen, das neue Quartier am südlichen Ortseingang der Stadt Freising wird einmal 440 Menschen Platz bieten.

In einem ersten Bauabschnitt werden zehn sogenannte Stadthäuser und 28 Wohnungen verschiedener Größe gebaut, Tiefgaragen inklusive. Fünf Häuser sind bereits verkauft und 40 Prozent der Wohnungen. Das ist ungefähr der Prozentsatz, den die Wilma Immobilien-Gruppe gebraucht hat, um mit dem Bau beginnen zu können, wie Simone Arzt aus der Marketingabteilung des Unternehmens erklärt.

Was an dem neuen Baugebiet einmal sehr schön sein wird, kann man sich gut vorstellen. Im Osten wird die Bebauung in die Isarauen und den regionalen Grünzug übergehen. Wer möchte, kann sich auf sein Fahrrad setzen und von hier aus bis nach München zum Aumeister radeln. Das mag dafür entschädigen, dass auf der anderen Seite die viel befahrene Münchner Straße nach Freising hineinführt und das Wohngebiet im Süden durch die Westtangente begrenzt wird. Nicht wenig Verkehr ist hier unterwegs in Richtung Münchner Flughafen.

Schon lange, bevor mit dem Bau begonnen wurde, haben die Bauherren deswegen hohe Wälle aufgeschüttet, die entsprechend bereits begrünt sind. Die sollen den Lärm von der Straße abhalten – gegen Fluglärm, der je nach Wetterlage auch ein Faktor ist, helfen sie nicht. Dafür kommt man nach Norden gut in die Stadt Freising und zum Bahnhof, schräg gegenüber liegt das Einkaufszentrum Schlüterhallen mit allem, was man für den täglichen Bedarf braucht – und sogar dem einzigen Freisinger Kino.

Der erste Bauabschnitt soll bis Winter 2027 fertig werden

Insgesamt sollen die bisher landwirtschaftlich genutzten „Seilerbrücklwiesen“, die Wilma 2021 der Erbengemeinschaft Schlüter abgekauft hat, an der Münchner Straße in vier Bauabschnitten zum neuen Stadtquartier werden. Der erste, für den gerade die Grundsteinverlegung gefeiert wurde, sollte im Herbst oder Winter 2027 fertig werden. Parallel beginnt der Verkauf für den zweiten Bauabschnitt, der 37 weitere Wohneinheiten vorsieht. Gebaut wird nach den Regeln des Freisinger Kriterienkatalogs zur Nachhaltigkeit. Das Wohnquartier wird mit Nahwärme versorgt. Für Klimaschutz sorgen neben energieeffizientem Bauen, Öko-Dämmstoffe und Photovoltaik auf den Dächern.

Man werde mit dem Baugebiet „einem Teil der sehr großen Nachfrage im Kreis Freising nach bezahlbarem Wohnraum zeitnah gerecht“, findet Bürgermeisterin Monika Riesch. Die Wilma rühmt sich, „noch bezahlbar“ zu bauen. Doch was das im Münchner Raum bedeutet, ist wahrscheinlich jedem klar: So ein Stadthaus, wenn auch 155 Quadratmeter groß, wird trotzdem mehr als eine Million Euro kosten. Auch Arzt räumt ein, dass das „kein Schnäppchen“ sei. „Für die Lage“ aber sei das ein guter Preis – ohne die Straße und den Fluglärm käme man mit einer Million sicher nicht hin.

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Wilma wirbt mit 6500 Euro pro Quadratmeter – anhand der bereits verkauften Wohnungen lässt sich nachrechnen, dass man schnell bei über 8000 Euro landet. Zum Vergleich: Eine Analyse der Makler von Heinrichs Immobilien nennt in Freising für Neubauwohnungen mit hoher Energieeffizienz und moderner Ausstattung Quadratmeterpreise von mehr als 9500 Euro.

Die Vermarktung der Wohnungen ist nicht ganz einfach

Zwar gibt es in der Stadt inzwischen Modelle für die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum oder einen günstigen Erwerb von Eigentum. Der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans für die Seilerbrücklwiesen stammt jedoch aus dem Jahr 2010, als von derartigem noch nicht die Rede war. Bei der Suche nach einem Investor für das Baugebiet hatte es zudem einige Verzögerungen gegeben – und auch die Wilma hat es derzeit nicht ganz einfach, die Wohnungen und Häuser in den Seilerbrücklwiesen zu vermarkten.

Simone Arzt führt das auf eine Art frühes Sommerloch zurück – das IVD-Marktforschungsinstitut eher auf die anhaltend schwache Konjunktur. Diese belaste die Investitionsbereitschaft privater Haushalte, geopolitische Unsicherheiten und steigende Rohstoffpreise hätten die Bauzinsen zuletzt wieder erhöht. Die Finanzierung von Wohneigentum bleibe anspruchsvoll. Die Wilma zieht daraus Konsequenzen: Hatte CEO Michael Nagel anfangs einen Schwerpunkt auf Familienwohnungen gesehen, plant das Unternehmen für den zweiten Bauabschnitt nun verstärkt auch kleinere Einheiten.

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