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Wohltätige Aktion in Moosburg:13 Kisten voller Handys

Sophia Meier, Annelie Haak, Elisabeth Thiel, Melanie Falkenstein, Anja Hauck und Josef Dollinger (von links).

(Foto: Marco Einfeldt)

Stadt und Gymnasium sammeln alte Mobiltelefone und überlassen sie dem katholischen Missionswerk Missio für einen guten Zweck

Von Alexander Kappen, Moosburg

Mehr als 124 Millionen ausgediente Handys mit darin enthaltenen Wertstoffen im Wert von 250 Millionen Euro liegen geschätzt in deutschen Haushalten ungenutzt in der Schublade. In Moosburg sind es nun allerdings um einige weniger als noch vor ein paar Monaten. Von Dezember bis Januar hat die Stadt zusammen mit dem Arbeitskreis Fairtrade des Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasiums eine Sammelaktion organisiert. Mit überraschend großem Erfolg. Am Freitag konnten im Moosburger Rathaus 13 Kisten mit alten Mobiltelefonen an die Aktion "Mach mehr aus deinem alten Handy: Es ist Gold wert!" des katholischen Missionswerks Missio für einen wohltätigen Zweck übergeben werden.

Laut Elisabeth Thiel, Missio-Referentin für Erwachsenenbildung, werden die Handys von der Kooperationsfirma Mobile Box entweder aufbereitet und verkauft oder es werden die Rohstoffe entnommen und wiederverwendet. Für jedes Handy, aus dem die Wertstoffe entnommen werden, bekommt Missio 40 Cent, für aufbereitete Geräte zwei Euro. Das Geld fließt in soziale Projekte in Afrika, zum Beispiel in den Bau eines Trauma-Zentrums für Bürgerkriegsflüchtlinge in Kongo. Neben dem caritativen Zweck habe bei der Aktion natürlich auch der Umweltgedanke eine Rolle gespielt, weil durch die Wiederverwertung der Handys Ressourcen geschont würden, sagte die Moosburger Klimaschutzmanagerin Melanie Falkenstein, die die Sammelaktion koordiniert hat.

Die Idee dazu entstand in der Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt. Moosburg ist eine Fairtrade-Kommune und wird demnächst rezertifiziert. Dafür muss man Nachweise über entsprechende Aktivitäten erbringen. Diese Aktion sei eine gute Gelegenheit gewesen, zumal in Coronazeiten nicht so viel anderes möglich sei, so Falkenstein. Der Steuerungsgruppe gehört auch Anja Hauck an, die am Gymnasium den AK Fairtrade leitet. Während das Rathaus sich um mehrere im Stadtgebiet aufgestellte Sammelboxen kümmerte, übernahm das Gymnasium die Koordination im Bereich Schulen. Man habe schließlich auch die Realschule für die Aktion gewinnen können, so Hauck. Am Gymnasium stand die Sammelbox in der Aula und war bereits nach zwei Tagen erstmals voll. Insgesamt brachte man am Ende drei volle Kisten zusammen. In den Pausen habe man regelmäßig beobachten können, "dass viele Leute Handys in die Boxen legen", sagte Schülerin Annelie Haak, die zusammen mit Sophia Meier bei der Übergabe dabei war. Im Religions- und Ethikunterricht habe man über das Thema gesprochen.

Bürgermeister Josef Dollinger fand die Aktion so gut, dass er kurzerhand beschloss, im Rathaus weiter zu sammeln. Ab sofort steht eine Sammelbox im Einwohnermeldeamt, wo man zu den regulären Öffnungszeiten alte Handys abgeben kann.

© SZ vom 27.03.2021
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