In Hallbergmoos und am Münchner Flughafen:Die Expansion geht trotz Pandemie weiter

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In Hallbergmoos und am Münchner Flughafen: Im Munich Airport Business Park der Gemeinde Hallbergmoos haben bereits 265 Unternehmen ihren Platz gefunden.

Im Munich Airport Business Park der Gemeinde Hallbergmoos haben bereits 265 Unternehmen ihren Platz gefunden.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Munich Airport Business Park in Hallbergmoos entwickelt sich ebenso wie der LabCampus an der Nordallee zu einem Zentrum für Forschung und Entwicklung. Am und um den Flughafen sollen sich innovative Firmen ansiedeln.

Von Charline Schreiber , Hallbergmoos

Während der Investor vom Neufahrner Green Campus-Projekt kürzlich abgesprungen ist, entwickelt sich das Gewerbegebiet in Hallbergmoos immer weiter. Immer mehr nationale und internationale Unternehmen lassen sich am und rund um den Münchner Flughafen nieder. In der Gemeinde sind aktuell 1500 Gewerbebetriebe gemeldet, 265 davon finden ihren Platz im Munich Airport Business Park (MABP), sagt Alexander Mademann, Wirtschaftsförderer des MABP. Tendenz: steigend.

Was den Standort für Unternehmen so attraktiv mache, sei vor allem die Verkehrsanbindung, sagt Mademann. Die Terminals, die S- und Autobahn seien für Gäste aus dem In- und Ausland gut und in wenigen Minuten zu erreichen. Auch nach München gelangen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in etwa einer halben Stunde. "Viele der Unternehmen schätzen und suchen die Nähe zum Flughafen als einem wichtigen Verkehrsträger", erklärt Mademann. Außerdem werde im MABP nicht nur die Arbeitswelt inkludiert, sondern auch Freizeitwert geschaffen. Neben den Büros soll in Zukunft sogar eine Sportanlage mit Surfwelle entstehen. "Insgesamt sehe ich, dass unser MABP mit den typischen Gewerbegebieten nicht vergleichbar ist, in denen die verschiedenen Gewerbetypen eher zufällig angeordnet sind. Im MABP herrscht eine klare Trennung zwischen Büro- und Laborpark in der Mitte, der nördlich angeordneten Zone für Logistik- und Transportwesen sowie der Dienstleistungs- und Produktionszone im Süden." Positiv, so Mademann, sei, dass Hallbergmoos den Unternehmen einen Gewerbesteuerhebesatz in Höhe von 320 Prozent biete.

Firmen vor allem aus dem Bereich Life-Science zieht es nach Hallbergmoos

Die Branchen im MABP seien vielfältig. Von Luftfahrt-, Informations- und Kommunikationstechnologie über Elektronik bis hin zu Pharmazie und Medizintechnik lassen sich Unternehmen im Park nieder. "Seit 2018 zieht es vermehrt Forschungs- und Entwicklungsunternehmen aus der Life-Science, mit dem Schwerpunkt Biotechnologie, nach Hallbergmoos." Dafür seien Büroflächen umgewandelt worden, um den Forschenden mehr Raum zur Verfügung stellen zu können.

Für den MAPB seien insbesondere Biowissenschaften interessant, bei denen es sich im Ziel der Forschung, Entwicklung und Produktion um Nachhaltigkeit handelt. "Eine klare Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist davon überzeugt, dass wir mithilfe der Biotechnologie nachhaltiger leben beziehungsweise leben können", sagt der Wirtschaftsförderer. Dahingehend wolle der Park ein passendes Ökosystem aufbauen. Von Investoren sei außerdem kürzlich im Gemeinderat ein Interessent für 37 Hektar Freiflächenphotovoltaik mit E-Tankstelle, Servicecenter- und Kommunikationszone auf Höhe des MABP zwischen B301 und S8-Bahnlinie bekundet und vorgestellt worden. Ein Leuchtturmprojekt für Hallbergmoos, wie Mademann sagt.

In Hallbergmoos und am Münchner Flughafen: Auf dem Gelände des Münchner Flughafens entstehen die ersten Gebäude des LabCampus. In ihnen stehen Firmen Mietflächen unterschiedlicher Größe zur Verfügung.

Auf dem Gelände des Münchner Flughafens entstehen die ersten Gebäude des LabCampus. In ihnen stehen Firmen Mietflächen unterschiedlicher Größe zur Verfügung.

(Foto: Marco Einfeldt)

Ein Teil der Mietfläche am LabCampus auf dem Flughafen ist bereits vermietet

Auch der LabCampus, der auf dem Gelände des Münchner Flughafens entsteht, möchte in Zukunft "Unternehmen verschiedenster Branchen an einem Ort zusammenbringen und miteinander vernetzen", sagt Edgar Engert, Sprecher der Flughafen München GmbH (FMG). Dabei richte sich der Campus an Themen wie Mobilität, IT und Telekommunikation und Nachhaltigkeit aus. In den LABs 48 und 52, die 2018 gegründet wurden, stehen Mietflächen unterschiedlicher Größe zur Verfügung. Ein Teil dessen sei bereits an nationale und internationale Unternehmen vermietet, sagt Engert.

Während das LAB 48 als Bürogebäude konzeptioniert ist, ist das LAB 52, auch Airport Academy genannt, weitestgehend ein Schulungszentrum. In diesem verteilen sich Seminarflächen, ein Veranstaltungsraum und Büroflächen in den oberen Stockwerken. "In der Airport Academy wird auch das Schulungszentrum des Münchner Flughafens verortet", sagt Engert. Wie viele Unternehmen sich eingliedern, sei noch unklar. Ein Großteil der Mieter siedelt sich am LabCampus auf Flächen zwischen 500 und 3000 Quadratmetern an. Abhängig von den Anmietungsflächen ergebe sich, wie viele Unternehmen dort zukünftig einen Platz finden.

Die Pandemie hat die Baumaßnahmen zwar erschwert, nicht aber gestoppt

Seit 2018 habe sich die Idee eines Innovationsstandortes am LabCampus zu einem Konzept gefestigt. Die Pandemie habe die baulichen Maßnahmen zwar erschwert, nicht aber gestoppt. Sowohl der LabCampus als auch der MABP wollen langfristig expandieren. Dabei wird das LAB 48 im nächsten Schritt noch im ersten Halbjahr dieses Jahres den Betrieb aufnehmen, das LAB 52 soll im ersten Quartal des nächsten Jahres fertiggestellt werden. Abhängig von der Nachfrage der Kunden sei, je nach Bedarf, ein weiterer Ausbau des Standortes geplant. Auch das MABP wolle weiterwachsen und sich branchentechnisch weiter aufstellen, sagt Mademann und er betont: "Die teilweise Transformation, hin zu mehr Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, hat bereits begonnen." Die Folgen der Pandemie und die Tendenz vieler Unternehmen, Arbeit im Homeoffice anzubieten, werde sich auch auf das Gewerbegebiet auswirken. Dennoch gebe es viele Branchen, in denen Homeoffice aufgrund der Tätigkeiten nicht umzusetzen sei, gibt Mademann zu bedenken. Eine Entwicklung dahingehend bleibe abzuwarten.

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