Wenn der Himmel seine Schleusen öffnet Schutz vor Hochwasser

Neue Dämme könnten solche Feuerwehreinsätze wie 2013 in Seysdorf überflüssig machen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Dämme und Rückhaltebecken könnten Dörfer entlang der Abens besser vor Überschwemmungen bewahren

Von peter becker, Au

Mit Schrecken denken die Bewohner von Seysdorf an den Juni 2013 zurück, als es in dem Ortsteil der Marktgemeinde Au wieder einmal "Land unter" hieß. Dies war der Grund dafür, warum der Gemeinderat ein Hochwasserentwicklungskonzept in Auftrag gab. Neue Rückhaltebecken, Dämme, Rohre und Schutzmauern und sogar eine kleine Verlegung des Flusslaufs könnten künftig Überschwemmungen an Abens und Fischbach verhindern oder zumindest mildern. Das entsprechende Konzept stellte das beauftragte Planungsbüro aus Pfaffenhofen am Dienstag im Marktgemeinderat vor. Allein die Kosten für die Bauten betragen ersten Schätzungen zufolge etwa 2,2 Millionen Euro. Nicht enthalten sind Ausgaben für den Grunderwerb.

Wann und wie das Hochwasserschutzkonzept ist Zukunftsmusik. Zunächst nahmen die Gemeinderäte die Vorschläge nur zur Kenntnis. Projektingenieur Thomas Kramp schilderte, dass das Team die Abens auf einer Länge von 12,8 und den Fischbach auf 3,2 Kilometer genau untersucht hat. Weil das Wasserwirtschaftsamt für manche Abschnitte keine Daten zur Verfügung hatte, mussten die Ingenieure zusätzliche Kartierungsarbeiten leisten, was die Gesamtkosten um etwa 1400 Euro ansteigen ließ.

Vom Hochwasser des Fischbachs ist vor allem der Ortsteil Sillertshausen betroffen. Kramp schlug vor, den Bachlauf zu erweitern und die Verrohrung zu erneuern. Zusätzlich sollte bei Piedendorf ein Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 68 000 Kubikmetern gebaut werden. Dann hält Kramp eine Überflutung des Fischbachrings in Sillertshausen und der Bebauung im Dorf künftig für wenig wahrscheinlich.

In den Ortsteilen Hirnkirchen und Dellnhausen sieht Kramp entlang der Abens keine Gebäude gefährdet. Hier sind keine Schutzmaßnahmen nötig. Im Ortsteil Abens bedarf es einer Mauer als Objektschutz für ein Gebäude. Ganz anders sieht es dagegen in Seysdorf aus, das stets am heftigsten von Hochwasser betroffen war. Um künftige Überschwemmungen auf der neben der Abens verlaufenden Staatsstraße zu verhindern, müssten zwei Dämme entstehen: einer mit einer Länge von 350, der andere von 130 Metern. Vom Vorschlag Gerhard Stocks (FWG) einen von der Gemeinde geplanten Radweg gleich als Damm zu bauen, hält Kramp wenig. Dies vergrößere den Umfang des Bauwerks und damit die Kosten. Zusätzlich zu den Dämmen müssten Rückstausicherungen und eine Deckelbrücke statt der bisher verlegten Rohre gebaut werden.

Das Konzept sieht eine leichte Verlagerung des Flusslaufs bei Seysdorf vor. Laut Planerin Christina Schubert würde dies der Abens nur gut tun. Sie sieht darin eine Verbesserung der Gewässerqualität. Vor allem, wenn längs des Flusses Schutzstreifen frei blieben und Bäume gepflanzt würden. Ihre Vorschläge schlagen mit weiteren 350 000 Euro zu Buche.

Auf den Unterlauf der Abens haben all diese Maßnahmen keine negative Auswirkungen, versicherten die Planer. Ihre Vorschläge fanden die Zustimmung des Gremiums. Einzig Klaus Stuhlreiter (GOL) hätte in Seysdorf "das Wasser gern weiter weg vom Dorf" gehabt. Dies wäre ihm sympathischer gewesen als ein Damm gleich hinter den Häusern.