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Wang:Alles hängt vom Gehweg ab

Eine Lösung für den Ligeder Berg scheint greifbar nahe

Die plötzliche, halbseitige Sperrung der Staatsstraße in Volkmannsdorf Ende 2017 wegen Abrutschgefahr des Hangs war für viele Verkehrsteilnehmer ein Ärgernis. Lange Zeit hat sich dort wenig getan, inzwischen ist der Ligeder Berg dank einer Ampel zumindest für Autos wieder in beiden Richtungen befahrbar. In einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Moosburger Landtagsabgeordneten Johannes Becher (Grüne) geht Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) auf den aktuellen Planungsstand ein - offenbar zeichnet sich nun eine dauerhafte Lösung ab.

Mitte August ist demnach das Monitoring durch zusätzliche Messsensoren erweitert und verbessert worden. Der Hang wird "kontinuierlich und automatisiert" überwacht. Mit aussagekräftigen Ergebnissen ist laut Schreyer von Mitte Oktober an zu rechnen. Weitere positive Nachricht: Das Eisenbahnbundesamt hat nach ihren Worten einer Hangsanierung "im Einzelfall" zugestimmt. Die Detailplanungen hängen von der künftigen Lage des Gehwegs ab. Denn der wird möglicherweise auf die Nordseite der Straße - also weg von der Böschung - verlegt, wenn die Grundstücke erworben werden können. Die Kurve am Ligeder Stadl soll abgeflacht werden. Einige dieser Punkte hatte das Staatliche Bauamt vor kurzem vorgestellt.

Sollte der Gehweg verlegt werden, sei eine Stützmauer notwendig, dafür werde dann ein Baugutachten benötigt, erklärt Schreyer weiter. Zu den Kosten der aktuellen Planungen mit einer Gehwegverlagerung seien noch keine belastbaren Schätzungen möglich. Die 2018 angedachte "Böschungsvernagelung" sei mit etwa drei Millionen Euro beziffert worden. Auch welche Ausgaben auf die Gemeinde Wang zukommen werden, wollte Becher in seiner Anfrage wissen. Dazu konnte sich Schreyer ebenfalls noch nicht äußern. Der Anteil hänge davon ab, was mit dem Gehweg geschieht. Sollte er auf der Nordseite bleiben, fürchtet man in Wang hohe Kosten wegen der Beteiligung an der Böschungssanierung. "Die Maßnahme wird nur im Einvernehmen mit der Gemeinde Wang durchgeführt", betont Schreyer. Nach einer Sanierung soll die Verbindung für Lastwagen wieder freigegeben werden. "Eine dauerhafte Tonnagebeschränkung entspricht nicht der Verkehrsbedeutung von Staatsstraßen."

© SZ vom 07.09.2020 / psc
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