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Wachstum in Hallbergmoos:Hallbergmoos wird noch jünger

Die Grundschule am Freiherr-von-Hallberg-Platz ist zu eng, ein Platz für eine zweite Schule noch nicht gefunden, also kommt vorerst ein Anbau.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Altersdurchschnitt in der Gemeinde sinkt von 38,33 Jahren auf 37,6 Jahre. Das liegt auch an den vielen Kindern. Für sie gibt es derzeit gut 1000 Betreuungsplätze von der Krippe bis zum Hort.

Von Alexandra Vettori, Hallbergmoos

Corona hat beim seit Jahren anhaltenden Wachstum der Einwohnerzahl in Hallbergmoos "tatsächlich zu einer kleinen Delle" geführt. Das jedenfalls gab Bürgermeister Harald Reents (CSU) bei der jüngsten Bürgerversammlung bekannt. Im Laufe dieses Jahres habe man ungefähr 200 Menschen "verloren", was aber nicht an der Todesrate, sondern an Umzügen liegt. Inzwischen sei das schon wieder ausgeglichen, man liege auf dem Vorjahresniveau, so Reents. Und das waren, Stand 31. Dezember 2019, 11 792. Der Zuwachs des vergangenen Jahres lag bei 200 Neubürgern und -bürgerinnen. Interessanterweise ist auch der Altersdurchschnitt gesunken, und das, obwohl Hallbergmoos ohnehin schon zu den "jüngsten" Gemeinden in Bayern gehört. Ende 2018 lag der Altersdurchschnitt bei 38,33 Jahren, 2019 waren es 37,6 Jahre.

Beim niedrigen Altersdurchschnitt schlagen auch die Hallbergmooser Kinder zu Buche. Für sie gibt es derzeit gut 1000 Betreuungsplätze von der Krippe bis zum Hort. Die 940 Schulkinder können die Mittagsbetreuung der Grundschule oder die offene Ganztagsschule an der Mittelschule besuchen. Vor allem die derzeit 456 Hallbergmooser Grundschüler leiden allerdings schon seit Jahren an Enge im Schulhaus. Steigende Zahlen haben dazu geführt, dass inzwischen sämtliche Neben- und Fachräume als Klassenzimmer genutzt werden. Weil sich die Suche nach einem Standort für eine zweite Grundschule aber als gar so zäh erweist, hat sich der Gemeinderat inzwischen für einen Anbau an die bestehende Grundschule im Ortszentrum entschieden. Gleichzeitig wird das Gebäude Zug um Zug saniert, allerdings so, dass die Schüler möglichst nicht beim Lernen gestört werden. Die Suche nach dem Ort, an dem die zweite Grundschule gebaut werden könnte, läuft. In die Planung fließen auch Überlegungen zu einer Mensa, einer Kombination mit einem Hort oder zu einer Ganztagsschule ein.

Vielleicht sollte man sich gleich damit beschäftigen, ob am neuen Standort nicht auch Platz für eine neue Mittelschule ist. Denn für diese Schulart geht man im Rathaus ebenfalls davon aus, dass es in den nächsten Jahren mehr als die derzeit 169 Mittelschülerinnen und -schüler sein werden. Laut Prognose pendelt sich die Zahl bei gut 200 ein, 2023/24 könnten es sogar 224 werden. Bisher ist noch ein Klassenzimmer in der Mittelschule frei, das der Mittagsbetreuung als Hausaufgabenraum dient. Ab dem Schuljahr 2023 sind voraussichtlich alle Zimmer belegt. Pädagogische Lernkonzepte, Elterngespräche, der Unterricht in Fördergruppen und die Differenzierung im Unterricht seien dann nur schwer umzusetzen, so hieß es im Bericht des Bürgermeisters bei der Bürgerversammlung.

Die größte Bevölkerungsgruppe in Hallbergmoos ist laut Gemeindestatistik aber doch die Gruppe der 41- bis 65-Jährigen, auf sie entfallen 37 Prozent. 34 Prozent sind zwischen 17 und 40 Jahre alt, elf Prozent über 65 Jahre. 81 Prozent der Hallbergmooser haben eine deutsche Staatsangehörigkeit, 19 Prozent sind Ausländer, insgesamt 3289 Personen. Die größte Gruppe hier sind Rumänen, gefolgt von Türken und Ungarn.

© SZ vom 16.10.2020

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