Das weltweite Artensterben schreitet in besorgniserregendem Tempo voran. Rund eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht – mehr als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte, wie es in einer Ankündigung der TU München heißt. Doch was bedeutet dieser Verlust an biologischer Vielfalt für unser tägliches Leben? Welche Konsequenzen hat das Artensterben für die Stabilität der Ökosysteme, die Nahrungsmittelproduktion und unsere Gesundheit? Auf diese Fragen geht Sebastian T. Meyer am Dienstag, 3. Juni, bei einem Vortrag im Lindenkeller ein. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe TUM@Freising und beginnt um 19 Uhr.
Meyer erforscht die Zusammenhänge von Biodiversität und Ökosystemfunktionen. In seinem Vortrag stellt er die neuesten Forschungsergebnisse zum globalen Artensterben vor – und er erklärt, warum mehr Pflanzenvielfalt zu stabileren Ökosystemen führt, gerade in Zeiten des Klimawandels.
Besonders spannend: Seine Forschung reicht von tropischen Wäldern über Gras- und Ackerland bis zu städtischen Räumen. So kann er konkrete Handlungsempfehlungen geben, wie wir alle zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen können – in der Stadtplanung, in der Landwirtschaft und als Privatpersonen. Der Vortrag richtet sich an alle, die verstehen möchten, warum der Schutz der Artenvielfalt keine abstrakte Umweltschutzidee ist, sondern wichtig für unser aller Wohlbefinden ist, wie es in der Ankündigung weiter heißt.

Meyer leitet an der TU München die Arbeitsgruppe Ökosystemfunktionen und Biodiversität am Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie in Freising. Sein besonderes Interesse gilt der Frage, wie Biodiversität die Funktion, die Stabilität und die Resilienz von Ökosystemen beeinflusst. Er studierte Biologie in Mainz, Cardiff/Wales und Kaiserslautern und promovierte 2008 an der Universität Kaiserslautern.
Für seine Promotion forschte er im Atlantischen Regenwald von Nordost-Brasilien. An der TUM in Freising habilitierte er sich 2019. Das Thema seiner Habilitationsschrift waren die Zusammenhänge zwischen Biodiversität und Ökosystemfunktionen und deren Einflussfaktoren mit Schwerpunkt auf den Interaktionen zwischen den Arten. 2025 wurde Sebastian T. Meyer zum Professor ernannt.

