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Vorplanung für Bürgertreff in Massenhausen:Fantasiereise zum "Pfarrheim plus"

Das Wetter hat nicht so ganz ideal mitgespielt beim Bürgerworkshop in Massenhausen, der wegen der Corona-Regularien im Pfarrgarten stattgefunden hat. Immerhin 100 Interessierte hat das aber nicht vom Kommen abgehalten.

(Foto: Marco Einfeldt)

Bei einem Bürgerworkshop sammelt ein Architektenteam Wünsche und blickt in die Seele Massenhausens. 100 Interessierte kommen und haben sehr viele Vorschläge. Denn der Neubau soll ein Treff für den ganzen Ort werden

Von Birgit Grundner, Massenhausen

Das Pfarrhaus im Neufahrner Ortsteil Massenhausen hat einen Anbau mit Saal und flexibel nutzbaren Nebenräumen. Es ist offen für möglichst viele Gruppen und Zwecke und entsprechend gut ausgelastet. Sogar einen eigenen Jugendraum gibt es und womöglich im Garten einen Bolzplatz. Im Winter trifft man sich abends auch an der Eisstockbahn, und im Frühjahr wird am Maibaum gefeiert, der nun in der Nähe der Kirche steht. Die Obere Hauptstraße ist in dem Bereich entschärft: Sie macht keinen so scharfen Knick mehr, eventuell ist sie nur noch eine Einbahnstraße. Dafür öffnet sich die Fahrbahn zu einem Dorfplatz, an dem auch das Kriegerdenkmal einen neuen Platz bekommen hat. Weil im Pfarrheim auch mal größere Veranstaltungen stattfinden, wurden mehr Parkplätze angelegt.

Für all das braucht es jetzt - im Stadium der Vorplanung - noch eine Fantasiereise. Doch wohin diese führt, und wie ein Pilotprojekt "Pfarrheim plus" am Ende aussehen könnte, das wurde kürzlich bei einem offenen Bürgerworkshop in Massenhausen erörtert. Am Ende der dreistündigen Veranstaltung war Ortssprecher Otto Radlmeier zuversichtlich, dass der Workshop nur der Einstieg war: "Ich glaube, die Diskussion beginnt jetzt erst richtig."

Rund 100 Teilnehmer hatten sich zuvor an verschiedenen Stationen über die bisherigen Planungen informiert, ihre Anregungen oder auch Bedenken formuliert und ihrer Fantasie freien Lauf gelassen - sogar in einer eigens eingerichteten Modellbauecke. Das Architektenteam sah die Veranstaltung als Möglichkeit, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, "einen Einblick in das Seelenleben" des Dorfes zu erhalten und auch "ein bisschen Aufbruchstimmung zu verbreiten", wie Architekt Christian Zöhrer es ausdrückte. Die Ergebnisse sollen auch in ihre Machbarkeitsstudie einfließen, die im November dann bei der Bürgerversammlung vorgestellt und Grundlage für die weitere Arbeit werden soll.

Mit Spannung verfolgt wird das nicht nur in Massenhausen selbst: Pfarreien aus fünf politischen Gemeinden gehören dem Pfarrverband Massenhausen an. Dieser bemüht sich schon lange darum, neben dem bestehenden Pfarrhaus auch ein Pfarrheim zu bekommen, das erklärtermaßen zugleich Begegnungs- und Versammlungsstätte für das Dorf werden soll. Auch Vereine haben schon Interesse angemeldet. Geburtstagsfeiern wären ebenfalls denkbar, sagt Ortssprecher Radlmeier.

Auch der Pfarrverband selbst braucht Platz für pastorale Zwecke. Die Räume im Pfarrhaus genügen den Anforderungen für die zentrale Verwaltung des Pfarrverbands nicht mehr, wie Verwaltungsleiterin Alexandra Steurer immer wieder betont. Es fehle auch an Besprechungs- und Versammlungsräumen, das Gebäude sei nicht behinderten- und altersgerecht.

Voraussetzung dafür, dass die Erzdiözese München und Freising schließlich grünes Licht für die Vorplanung gegeben hat, waren nicht zuletzt positive Signale der politischen Gemeinde gewesen. Sie hatte zudem angekündigt, dass sie nach Fertigstellung des Pfarrheims den Bereich zwischen dem Neubau, der Kirche und dem Kindergarten neu gestalten will.

© SZ vom 29.09.2020
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