"Freisinger Mitte" Auf Erfolg abonniert

Der frisch gewählte Vorstand der Freisinger Mitte.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Freisinger Mitte sonnt sich weiter in ihren Wahlergebnissen und macht die gute Teamarbeit innerhalb der Gruppierung dafür verantwortlich. Spätestens Anfang kommenden Jahres soll der Verein auch wieder schuldenfrei sein.

Von Regina Bluhme, Freising

Hat die Freisinger Mitte ein Patentrezept für Wahlerfolge? Für den Vorsitzenden Patrick Romer liegt das Geheimnis in der Motivation und der guten Teamarbeit der knapp 200 Mitglieder. Offensichtlich ist die Wählervereinigung mit Romer ebenfalls zufrieden, denn bei der Mitgliederversammlung am Samstagnachmittag wurde er einstimmig wiedergewählt. Finanziell braucht sich der Verein auch keine Sorgen zu machen. 17 000 Euro werden Ende März auf dem Konto sein.

"Wir haben eine turbulente Zeit hinter uns", erinnerte Romer die Zuhörer im Lindenkeller. Turbulent und ziemlich erfolgreich. 2011 wurde die Freisinger Mitte (FSM) gegründet - jetzt stellt sie den Oberbürgermeister und die stärkste Stadtratsfraktion in Freising. "Was ist das Geheimnis?", fragte Romer und gab gleich selbst die Antwort: Das habe "mit unserem Teamwork und unserer Überzeugung" zu tun.

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher arbeitet die Freisinger Mitte "genauso euphorisch wie zu Anfang". Viele Projekte seien angestoßen worden. "Im Gesamtstadtrat herrscht ein konstruktives Klima." Dazu leiste die FSM einen großen Beitrag, betonte Eschenbacher, "weil sie an einem sachlichen und konstruktiven Austausch interessiert ist". Er hofft, dass die elf Delegierten der Freisinger Mitte "noch viel bewegen werden".

Laut Kassier Rainer Nocon dürfte für den nächsten Wahlkampf ausreichend Geld da sei. Mit den Mitgliedsbeiträgen, die in den nächsten 14 Tagen eintrudelten, werde das Konto der Wählervereinigung Ende März 17 000 Euro aufweisen, berichtete Nocon. Hinzu kämen im Laufe des Jahres weitere 10 000 Euro, welche die Stadträte von ihren Bezügen abführten. "Wir werden jetzt anfangen, die Darlehen zurück zu zahlen", kündigte der Kassier an. Spätestens Anfang 2016 sei der Verein schuldenfrei und im Plus. Kurzum: Die finanzielle Situation sei "ganz hervorragend". Die nächsten vier Jahre könne somit gut Geld für den Wahlkampf angespart werden. Mit den Mitgliederzahlen ist der Verein auch zufrieden.Die aktuelle Zahl liegt bei 198.

Franz Bernack leitet den Ausschuss "Stadtplanung und Verkehr" der Wählergemeinschaft. Ein Thema sei der künftige Busverkehr in einer neu gestalteten Innenstadt, berichtete er. Hier setze sich die Freisinger Mitte für ein Pendelbussystem mit Klein- und Elektrobussen ein. Am Samstag, 21. März, werde am Marienplatz ein Elektrobus präsentiert, so Bernack. Mit diesem ist um 10.30 Uhr eine Rundfahrt geplant. Nicht ganz so euphorisch äußerte sich Rolf Lübkert, der sich im Ausschuss "Religion und Migration" engagiert. "Wir laufen bei den Themen ein bisschen leer", gab er zu. Zum Teil würden Projekte von Migranten selbst ausgebremst, zum Teil von der Bürokratie. Der Aschermittwochsgottesdienst dagegen sei sehr gut angenommen worden. Enttäuschend sei aber die Kollekte ausgefallen: Gerade mal 14 Euro. "Wir haben mit dem Geld einen Blumenstrauß für die Mesnerin gekauft."

Gernot Anders von "Kultur, Freizeit und Sport" betonte, dass das Kulturfestival "Zamma" auf eine Idee der Freisinger Mitte zurückgehe. "Wir waren Geburtshelfer für diese grandiose Geschichte." Im Zuge von "Zamma" werde das von Patrick Romer angestoßene Projekt "Backhaus" realisiert. Mittlerweile habe sich dafür ein eigener Verein gegründet. "Umwelt und keine dritte Startbahn" heißt ein weiterer Ausschuss. Hier sprach Reinhard Kendlbacher. Der Startbahngegner betonte, dass es mit Hilfe der FSM-Mitglieder gelungen sei, "dass die Bürgerinitiative Freising wieder ganz aktiv ist" und zudem gut vernetzt.

Maria Lintl berichtete von der Arbeit im Ausschuss "Wirtschaft und Finanzen". Dazu gehörten etwa Betriebsbesichtigungen im ganzen Landkreis. Heuer stünden noch das Hopfeninstitut in Hüll und das Kraftwerk Zolling auf dem Programm, berichtete sie. Außerdem soll dem Verband der Frauen im Handwerk und der Arbeitsagentur ein Besuch abgestattet werden.

Das Ergebnis der Neuwahlen: Vorsitzender Patrick Romer wurde von 45 Stimmberechtigten ebenso einstimmig wiedergewählt wie seine Stellvertreter Nergiz Eschenbacher, Katrin Stockheim und Franz Bernack. Neue Schriftführerin ist Silvia Heinrich, Kassier bleibt Rainer Nocon. Zu Beisitzern wurden gewählt: Daniel Münster, Wolfgang Herrmann, Martin Burzin, Stefan Nocon, Florian Schindler, Reinhard Kendlbacher, Georg Geppert, Berni Bildhauer, Thomas Heinrichs und Heike Scheffler. Kassenprüfer sind Hildegard Herrmann und Manfred Ebner.