Süddeutsche Zeitung

VHS Neufahrn zieht Bilanz:Digitalisierung im Schnellverfahren

Die Bildungseinrichtung hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich - mit vielen Online-Kursen und der Fusion mit Hallbergmoos

Von Alexandra Vettori

Die Volkshochschule Neufahrn hat ihren Jahresbericht für 2020 vorgelegt, ein Jahr, in dem Corona den Betrieb gehörig durcheinander gewirbelt hat. Nur 14 Tage nach Beginn des Sommersemesters wurde ab 16. März 2020 auch Volkshochschulen der Präsenzunterricht untersagt. Zunächst habe die Hauptaufgabe darin bestanden, alle 4499 angemeldeten Personen und 130 Kursleiter und -leiterinnen schnellstens zu informieren, das Präsenzprogramm auszusetzen, um stattdessen ein digitales Programm hochzufahren, beschreibt VHS-Leiterin Susanne Arndt die Situation im vergangenen Frühjahr.

Schon am 30. März 2020 startete der erste digitale Deutschkurs, am 6. April begannen 52 Teilnehmende den ersten zertifizierten digitalen Rückenfitkurs. Bis Ende 2020 hatten 697 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Online-Kursen teilgenommen und mehr als 2700 Zuschauende die kostenlosen vhs.daheim-Angebote genutzt. "Ursprünglich waren 23 Digitalveranstaltungen im Gesamtprogramm vorgesehen. Innerhalb weniger Wochen wurde aufgrund der Unterbrechung des Präsenzunterrichts ein Drittel aller Veranstaltungen in den digitalen Bereich umgeplant", so Arndt weiter. Beachtlich viele Teilnehmende seien aus dem Altersbereich 50 plus gekommen, es nahmen aber auch Kleinkinder mit ihren Eltern und größere Kinder Digitalangebote an. Susanne Arndt weist in dem Bericht jedoch auch darauf hin, dass "Online-Lernen" im Bayerischen Erwachsenenbildungsförderungsgesetz stark reglementiert ist. Dort geht man von einem Unterrichtsanteil von 25 Prozent für digitale Angebote an Volkshochschulen aus. Außerdem dürfen Onlineangebote 50 Prozent des Gesamtprogrammes nicht überschreiten, sonst droht der Entzug der Förderung. Viele Teilnehmenden haben sich mit Online-Angeboten arrangiert, so Arndt: "Es hat sich gezeigt, dass digitale Angebote innerhalb bestehender Gruppen, nach anfänglicher Zögerlichkeit, letztlich gut angenommen wurden. Angebote, die zuvor nicht in der Präsenz stattfanden, wurden jedoch nur marginal gebucht".

Insgesamt stellte die zunächst befürchteten Schließung der VHS über die tatsächliche Schließung im März 2020 bis zum kompletten Lockdown im November 2020 alle Beteiligten, vor allem aber die Verantwortlichen vor immer neue rechtliche und organisatorische Herausforderungen. Ab Mitte Mai 2020 durften vorübergehend noch ausgewählte Kurse mit einem strengen Hygienekonzept stattfinden. So mussten alle benötigten Räume auf die zulässige Gruppengröße hin vermessen werden, Bestuhlungspläne erstellt und jeweilige Hygienevorgaben erfüllt werden, brauchte es Desinfektionsmittel-Spender und Bodenmarkierungen.

Auch der 29. Oktober kommt im Jahresbericht 2020 vor, an diesem Tag spielte jedoch nicht Corona die Hauptrolle. Da wurde aus der VHS Neufahrn und der VHS Hallbergmoos die VHS Neufahrn-Hallbergmoos. Das erste gemeinsame Programm erschien am 22. Dezember 2020.

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Quelle:
SZ vom 20.07.2021
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