Verkehrsschau Stadt Freising Parkende Autos blockieren Radfahrer

Die Fabrikstraße ist zu eng, um sie für Radfahrer in beide Fahrtrichtungen freizugeben. Die Straßenränder sind von Autos zugeparkt, helfen könnten nur Halteverbote.

(Foto: Andreas Gebert)

Die Stadt Freising präsentiert Ergebnisse einer Prüfung, Sackgassen und Einbahnstraßen für Fahrräder in beide Richtungen durchlässig zu machen. In manchen Fällen werden nur Halteverbote helfen.

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Die Stadt Freising ist seit einiger Zeit offiziell Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK). Der Weg zu einer Stadt, die sich wirklich fahrradfreundlich präsentiert, ist jedoch beschwerlich und vieles geht nicht von heute auf morgen. Das war wieder Thema in der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, als es um die Ergebnisse einer Verkehrsschau zur Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr und die Durchlässigkeit von Sackgassen ging. Einmal mehr wurde dabei deutlich, dass der Platz für Radfahrer in Freising oft wegen der vielen parkenden Autos am Straßenrand fehlt. Dass noch viel getan werden muss, hatte eine Radfahrerbefragung ergeben, die für das Mobilitätskonzept durchgeführt wurde. Hier zeigte sich, dass sich die Radfahrer in Freising mehrheitlich unsicher fühlen (54 Prozent), die Radverkehrsanlagen für "radfahrerunfreundlich" halten.

Alle zwei Jahre müssen Straßenverkehrsbehörden eine umfassende Verkehrsschau vornehmen, auch, um Unfallschwerpunkte zu vermeiden. Weil die Stadt Freising nun der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen beigetreten ist, stand besonders der Radverkehr im Fokus der Verkehrsschau von 2018. Grundsätzlich sollen Fahrradfahrer Einbahnstraßen in beide Richtungen nutzen können, sofern Sicherheitsgründe nicht dagegen sprechen. Dazu gehört, dass es sich um Einbahnstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 30 Stundenkilometer handelt und dass die Straße breit genug ist, mindestens drei Meter, und wenn Busse hindurchfahren müssen, mindestens 3,50 Meter breit.

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Mit den parkenden Autos werden Einbahnstraßen zu eng

An 16 Orten in Freising wurde das geprüft und festgestellt, dass die Jägerwirtsgasse und der Obere Graben, die Ferdinand-Zwack-Straße und die Mozartstraße, die Prälat-Michael-Höck Straße, die Meichelbeckstraße und die Gartenstraße für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben werden können. Unter anderem wegen zu geringer Fahrbahnbreite und parkender Fahrzeuge können folgende Einbahnstraßen jedoch nicht für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben werden: die Heckenstallerstraße, die Moltkestraße, die Jahnstraße, die Biberstraße, die Fabrikstraße, die Ottostraße, die Martin-Luther-Straße und die Adalbert-Stifter-Straße. Insbesondere bei der Biberstraße und der Fabrikstraße beklagte ÖDP-Stadtrat Ulrich Vogl den Umstand, dass dort die parkenden Autos am Straßenrand den Radfahrern den Platz wegnähmen. Das Parken an der Biberstraße beispielsweise sei doch "vollkommen obsolet". Schließlich befinde sich gar nicht allzu weit entfernt ein Parkhaus, das gelte auch für die Fabrikstraße, auch da sei das Parkhaus am Wörth nicht weit entfernt.

In diesem Zusammenhang mahnte Karlheinz Freitag (Freie Wähler) als Referent für nachhaltige Mobilität an, dass auch sobald wie möglich an der Erdinger Straße der Radweg angelegt und das Parken dort ausgeschlossen werden müsse.

Das zumindest sei in Arbeit, versicherte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Auch an der Heckenstallerstraße und der Jahnstraße könnte der Platz für die Radfahrer nur mit der Anordnung von Halteverboten geschaffen werden. Dies, so das Ergebnis der Verkehrsschau, würde jedoch mit "Parkraumeinschränkungen einhergehen". An der Jahnstraße bestünden jetzt bereits Probleme mit den Entsorgungsfahrzeugen, eine Freigabe dieser Einbahnstraße würde die Situation darum noch verschlechtern.

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