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Verkehrskonferenz in Hallbergmoos:On-Demand-Angebote und Leihräder

Metropolregion München berät über Teilmodelle, die besser aufeinander abgestimmt werden müssen

Das Interesse war groß an der Verkehrskonferenz der Metropolregion München, die am Donnerstag im Gewerbegebiet "Munich Airport Businesspark" stattfand. Rund 100 Vertreter von Firmen, S-Bahn München und den Kommunen waren da, aus der gesamten Metropolregion, die sich von den Landkreisen Bad Tölz über Altötting, Eichstätt und Augsburg erstreckt und sechs Millionen Einwohner und 1,5 Millionen Pendler zählt. Der Verkehr ist immer wieder Thema in der Metropolregion, leiden doch vor allem Städte unter chronischem Stau. So traf das Spezialthema der Konferenz, Teilmodelle, also Sharing, offenbar einen Nerv.

Was es wo schon gibt diesbezüglich, das hat die Geschäftsstelle der Metropolregion vorab in einer Mitgliederumfrage wissen wollen. 99 Kommunen wurden angeschrieben, allerdings haben bis jetzt nur 17 Prozent geantwortet. So sind die Ergebnisse zwar eher lückenhaft, weisen aber auf Trends hin: Fast überall gibt es schon kleinere Angebote, die sich jedoch noch nicht aufeinander beziehen. Wie Referent Markus Derer ausführte, hätten zwei Drittel der Kommunen in der Metropolregion bereits stationsbasierte Carsharing-Angebote und ebenso viele kein Rad-Sharing. Bundesweit gibt es derzeit 2,5 Millionen Nutzer bei diversen Anbietern. Führende Kommune ist Karlsruhe mit durchschnittlich 2,7 Nutzern pro Fahrzeug, gefolgt von Stuttgart (1,47) und Freiburg (1,41). München liegt auf Platz fünf mit 1,26 Nutzern. Eines aber machte Derer deutlich: "Wenn die Angebote nicht kommunal betrieben werden, haben wir das sprunghafte Wachstum hinter uns."

Ob man darüber traurig sein muss, darf bezweifelt werden. Tatsächlich hat Carsharing zumindest in Städten und stadtnahen Gebieten einen gewichtigen Nachteil: Es stellt eine Konkurrenz zum Öffentlichen Personennahverkehr dar und führt zu noch mehr Autos auf den Straßen. Das gilt vor allem für so genannte Freefloating-Teilautos, die nicht auf einen bestimmten Parkplatz zurückgestellt werden müssen. Sie werden laut Statistik vor allem von jungen Männern mit überdurchschnittlichem Einkommen genutzt, von denen zwei Drittel daheim ein eigenes Auto haben. "Wer hier früher U-Bahn gefahren ist, steigt jetzt in ein Carsharing-Auto", so Derer.

Eine große Ausnahme ist der ländliche Raum. Hier machten, so argumentierte der Referent, stationsbasierte Sharing-Angebote viel Sinn, und hier seien die Zahlen auch noch stark am Steigen. Eine weitere Handlungsempfehlung, die aus den Rückläufen der Umfrage abgeleitet wurde, war der Ausbau von On-Demand-Angeboten, also eine Art Rufbus. Dieser schaffe ein attraktives Angebot bei vergleichsweise geringen Kosten, so der Bericht zur vernetzten Mobilität der Metropolregion. Wörtlich hieß es darin: "Mit einem flächendeckenden Angebot, das im ländlichen Raum ansetzt, beginnt der ÖPNV bereits an der Haustür und nicht erst beim nächst gelegenen P & R-Platz."

Ebenfalls eine Zukunft haben Leihräder, auch wenn es nicht zu einem Durcheinander verschiedener Anbieter kommen sollte, so der Rat. Wie Derer wusste, laufen zwischen München, wo es derzeit 1200 Leihräder gibt, und dem Kreis München Gespräche über eine Ausweitung der städtischen Angebote. Die Geschäftsleitung der Metropolregion regt an, in den Landratsämtern Ansprechpartner zum Thema Mobilität einzurichten. Die gesamte Metropolregion solle dann verstärkt planen und koordinieren.