Verkehr Eine Lösung mit Charme

Der Gemeinderat in Allershausen überlegt, die Jobsterstraße als Fahrradstraße auszuweisen statt mit Pollern zu sperren

Von Petra Schnirch, Allershausen

Die Diskussion um die Sperrung der Jobsterstraße für den Autoverkehr ist um ein Kapitel reicher. Eigentlich sollte am Dienstagabend im Allershausener Gemeinderat die endgültige Entscheidung pro oder contra Poller fallen, doch die ist nun erst einmal aufgeschoben worden. Anton Schrödl (CSU) schlug vor, dort stattdessen eine Fahrradstraße auszuweisen. Motorisierte Fahrzeuge könnten dann zugelassen werden, allerdings hätten Radfahrer Vorrang. Sie dürften auch nebeneinander fahren, Autofahrer müssten sich an deren Geschwindigkeit orientieren, erlaubt wäre maximal Tempo 30.

Grund für diese neuerliche Kehrtwende sind die Kosten für die eigentlich bereits beschlossene Polleranlage. Diese würde etwa 24 000 Euro kosten, hinzu kämen 40 000 bis 47 000 Euro für den Stromanschluss. Je nach Platzierung der Poller müssten 250 bis 320 Meter Kabel verlegt werden. "Mir ist das viel zu viel Geld", sagte Josef Schuhbauer (CSU). Freising reiße die Poller, die "ständig kaputt" gewesen seien, heraus und "wir machen das mitten in der Prärie". Richard Dinkel (PFW) und Josef Lerchl (SPD) befürworteten dagegen die Poller-Lösung, weil es auf der Straße oft zu gefährlichen Szenen mit Autofahrern komme. Dinkel erinnerte zudem daran, dass die Gemeinde viel Geld für den Bau des neu errichteten Radwegs über die Brücke bei Leonhardsbuch in Richtung Jobsterstraße ausgebe.

Seit mehr als zehn Jahren ist die Sperrung der Straße ein heißes Thema, vor allem viele Kranzberger sehen darin ein Ärgernis. Da Versuche, entlang der Kreisstraße FS 6 von Leonhardsbuch zum Kreisverkehr beziehungsweise an der Jobsterstraße selbst einen Radweg zu bauen, mehrmals an den Grundbesitzern gescheitert waren, hatte sich der Gemeinderat vor etwa sechs Jahren mehrheitlich dafür ausgesprochen, diese endgültig für Autos zu sperren. Viele Fahrer halten sich jedoch nicht daran. Bei einer Verkehrszählung vor einigen Jahren war das Durchfahrtsverbot an einem einzigen Tag 560 Mal ignoriert worden. Auch vor wenigen Tagen, bei einem Stau auf Autobahn und Kreisstraße, sei "einer nach dem anderen" durch die Jobsterstraße gefahren, schilderte Lerchl.

Leonhard Held (CSU) plädierte dafür, die Sperrung ganz aufzuheben. Die aktuelle Situation sei ein Ärgernis. Stattdessen sollte die Gemeinde einen neuen Anlauf zu Grundstücksverhandlungen für einen Radweg unternehmen. Zweiter Bürgermeister Martin Vaas (PFW) stellte schließlich den Antrag, über Schrödls Vorschlag nachzudenken und eine Entscheidung zu vertagen. "Eine Fahrradstraße hat großen Charme", fand er. Bei drei Gegenstimmen befürwortete das Gremium dieses Vorgehen. Nun wollen sich die Allershausener in anderen Gemeinden über deren Erfahrungen informieren.