Vergiftete Fische Warten auf Antworten.

Einige Regenbogenforellen, die der Anglerverein Moosburg in die Isar eingesetzt hat, waren mit dem Mittel Malachitgrün belastet.

(Foto: Jakob Berr)

Das Landratsamt hat es versäumt, die Öffentlichkeit rechtzeitig zu informieren.

Ein Kommentar von Laura Dahmer, Freising

Erst war es leicht radioaktives Wasser, jetzt sind es vergiftete Fische. Wer aktuell die Nachrichten zu Isar und Moosach liest, möchte sich beiden Flüssen am liebsten nur noch im Schutzanzug nähern. Das liegt auch daran, dass in beiden Fällen kaum differenzierte Informationen der Behörden vorliegen. Dass die vergifteten Fische aus der Isar zwar auf den Tellern der Angler gelandet, nicht aber in den Verkauf gelangt sind, wäre für beide Seiten eine wichtige Nachricht. Und auch, dass das Wasser beider Flüsse durch die verseuchten Fische wohl nicht verunreinigt worden ist. Bisher wissen das weder die Angler noch der Normalverbraucher, weil sie nicht ausreichend informiert wurden. Das Landratsamt Freising hat das versäumt, als es im vergangenen Jahr drei Fischzuchten sperrte. Und es hat auch versäumt, die Angler vielleicht noch vor einem Verzehr der Fische zu informieren. Daraus erwachsen jetzt Vermutungen und Sorgen.

Die Ereignisse aus dem vergangenen Jahr kommen nur langsam ans Licht, und es ist höchste Zeit für das Landratsamt, endlich umfassend aufzuklären: Was genau ist vorgefallen? Was genau haben die Untersuchungen ergeben? Sind verseuchte Fische aus der Moosach in den Verkauf gelangt? Hat man als Konsument etwas zu befürchten? Es ist jetzt höchste Zeit, all diese Fragen zu beantworten.

Sorgen ausräumen

Wenn sich das Landratsamt in Freising aber weiter bedeckt hält und immer wieder auf laufende Ermittlungen verweist, wird es dem nicht gerecht. Die Bevölkerung bleibt auf Stellungnahmen von Politikern und Aussagen von Wissenschaftlern und Anglern angewiesen, die selbst teils nur Vermutungen anstellen können, weil auch sie nicht über alle Fakten verfügen. Das Landratsamt hat diese. Und sollte sie jetzt dringend transparent machen und die Sorgen der Bürger und vor allem der Betroffenen ausräumen.