UpdateErst mal den Verkehr zählen

Lesezeit: 2 Min.

Ob der Bau des Turbokreisels hinter der Schlüterbrücke die Probleme löst, ist ungewiss

Von Laura Dahmer

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In der Rubrik "Update" beleuchtet die Freisinger SZ die aktuelle Situation bei wichtigen Bauprojekten im Landkreis Freising. Auf welchem Stand ist das jeweilige Projekt? Was wurde schon umgesetzt und wie soll das Ganze aussehen, wenn es fertig ist? Warum passiert bei manchen Vorhaben gefühlt gar nichts mehr? Ein Bestandteil der Serie ist das Mobilitätskonzept der Stadt Freising und wie es in die Praxis umgesetzt wird: Das soll immerhin nachhaltige Mobilität fördern und das Vorwärtskommen für alle Verkehrsteilnehmer verbessern. In der aktuellen Folge geht es um den geplanten Kreisverkehr bei der Schlüterbrücke.

Schon seit 2014 ist er im Gespräch, kurz darauf bekam er seinen Spitznamen: Der "Turbokreisel". Er soll den Verkehr entlasten und das Nadelöhr an der Schlüterbrücke entschärfen. So alt wie die Idee ist in etwa auch der Streit um das Projekt. Es sei zu teuer, verbrauche zu viel Fläche und würde das Problem nicht lösen. Denn der Turbokreisel soll, so der Plan, auf die Lerchenfelder Seite der Schlüterbrücke kommen. Viele aber sind sich einig, dass das eigentliche Verkehrsproblem auf der anderen Seite liegt: dort, wo Westtangente und die ehemalige Bundesstraße B11 aufeinander treffen. Und auch auf der Lerchenfelder Seite kann der Kreisel nicht direkt dorthin kommen, wo die Kreisstraßen FS44 und Ismaninger Straße aufeinandertreffen, sondern weiter im Osten. Denn die Schlüterbrücke liegt im FFH-Gebiet. Wegen der Uneinigkeiten ist bis heute unklar, ob der Turbokreisel nun überhaupt gebaut werden soll oder nicht. Was ist der aktuelle Stand des Projektes?

"Vor einer Fortführung der Planungen ist in diesem Fall die langfristige verkehrliche Entwicklung zu beachten", heißt es beim Landratsamt auf Anfrage. Denn man wolle ein aktualisiertes Verkehrsmodell erstellen, das die künftige städtebauliche Entwicklung Freisings mitberücksichtigt. Die Stadt Freising hat kürzlich ein Verkehrsmodell erarbeiten lassen, in dem es neben der städtebaulichen auch um die weitere Verkehrsentwicklung geht. Auf dieser Grundlage lasse nun auch der Landkreis ein Verkehrsmodell erstellen.

Für das Verkehrsmodell sind, so das Landratsamt, Verkehrszählungen an dem Knoten der Ismaninger Straße erforderlich. "Da die Straße derzeit unter anderem als Umleitungsstrecke im Zuge der Baustelle auf der Autobahn A 92 dient, ist eine Verkehrszählung erst sinnvoll, wenn dort der Bau abgeschlossen ist", heißt es weiter. Ende Oktober soll diese nun stattfinden. Bis dann ein Modell steht, auf dessen Basis eine Entscheidung gefällt werden kann, wird es voraussichtlich noch dauern.

© SZ vom 08.10.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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