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Erweiterte Einsatzzeiten für Nandlstädter Rettungswagen

Von Peter Becker

In der Rubrik "Update" beleuchtet die SZ aktuelle Entwicklungen bei verschiedenen Themen im Landkreis. Auf welchem Stand ist ein Projekt? Wurde gegen Missstände vorgegangen und wie? Diesmal geht es um die erweiterten Einsatzzeiten des Nandlstädter Rettungswagens.

Eineinhalb Jahre ist es jetzt her, dass Hubert Böck, Leiter des Rettungsdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes in Freising, und Nandlstadts Bürgermeister Stefan Betz, der selbst im Rettungsdienst tätig ist, die Ausweitung der Einsatzzeiten des Rettungswagens in der Marktgemeinde gefordert hatten. Nach einer Trend- und Strukturanalyse (Trust) 2019 war eine Ausweitung der Vorhaltezeiten in Nandlstadt noch nicht nötig gewesen. Die nächste wäre erst in vier Jahren fällig gewesen. Böck hatte damals vor Bürgermeistern aus dem nördlichen Landkreis darauf verwiesen, dass bald eine Nachbegutachtung nötig werde. Der Gesetzgeber sieht nämlich vor, dass ein Rettungswagen in 80 Prozent der Fälle seinen Einsatzort binnen zwölf Minuten nach der Alarmierung erreicht haben muss. Dieser Wert konnte bereits 2019 nicht mehr gehalten werden. Grund dafür ist unter anderem der anhaltende Zuzug in den nördlichen Landkreis, der in dem entsprechenden Gutachten nicht berücksichtigt worden war.

Seit Januar diesen Jahres ist es jetzt so weit. "Das Kämpfen hat sich gelohnt", resümiert Bürgermeister Betz auf Nachfrage. Seit Anfang Januar sind die Einsatzzeiten des Nandlstädter Rettungswagen erweitert. Möglich gemacht hat das ein Sondergutachten, das die Besonderheiten des nördlichen Freisinger Landkreises mit einbezogen hat. Jetzt sind die Einsatzzeiten seit 1. Januar um 17 aufgestockt worden. Der Rettungszweckverband habe schnell gehandelt und das entsprechende Gutachten in Auftrag gegeben, sagt Betz. Es sei erkannt worden, dass rascher Handlungsbedarf bestehe. Die Nandlstädter Rettungsstation ist jetzt morgens schon von sechs Uhr an und abends bis Mitternacht besetzt. Zuvor waren die Rettungskräfte erst von sieben Uhr an im Einsatz. Ihr Dienst endete um 22 Uhr.

Dies entspricht dem von Böck und Betz geäußertem Wunsch, schon zu Zeiten des beginnenden Berufsverkehrs aktiv sein zu können. Allein die Statistik des vergangenen Monats rechtfertigt nach Worten von Betz die Aufstockung der Einsatzzeit. Genau im zusätzlichen Zeitraum von drei Stunden morgens und abends haben sich 20 Einsätze ereignet. Deren Gesamtzahl ist im Januar insgesamt auf 141 angestiegen - ein Trend, der sich schon in den vergangenen Jahren bemerkbar gemacht hat.

Geht es nach Betz, dann ist diese Aufstockung nur ein Zwischenschritt hin zu einer Einsatzzeit von 24 Stunden. Dann würde die Nandlstädter Station zur Rettungswache. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Ein neues Gutachten wäre fällig. Regulär werden diese alle fünf Jahre erstellt. Das nächste wäre in drei Jahren fällig. "Ich hoffe, dass dann die Zahlen passen", sagt Betz.

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Quelle:
SZ vom 21.02.2022
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