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Anbindung an die Westtangente:Weniger Durchgangsverkehr

Baustelle für die Westtangente

Der Bau der Westtangente läuft auf Hochtouren. Die finanziellen Auswirkungen des Großprojektes treffen die Stadt Freising in den kommenden Jahren.

(Foto: Lukas Barth)

Freie Wähler fordern Anschluss der Giggenhauser Straße an die künftige Umgehungsstraße, um Vötting zu entlasten.

Von Kerstin Vogel, Freising

Die Freien Wähler haben einen Tag lang ihre Ideen für die Stadtpolitik diskutiert - und was dabei herausgekommen ist, dürften vor allem die Vöttinger gerne hören. So hat die Wählergruppe bereits einen Antrag an den Stadtrat eingereicht, in dem die Anbindung der Giggenhauser Straße an die künftige Westtangente gefordert wird. Die Verwaltung müsse hier ein vom früheren Oberbürgermeister Dieter Thalhammer gegebenes Versprechen einlösen, dass nämlich die Planung für diesen Anschluss des Ortsteils wieder aufgenommen werde, sobald der Spatenstich für die lange umstrittene Umgehungsstraße gesetzt sei, hieß es am Donnerstag in einem Pressegespräch der Stadtratsfraktion.

Weil man Vötting nicht immer nur belasten dürfe, sondern umgekehrt auch für Entlastung sorgen müsse, müssten die Planungsschritte für die Anbindung der Giggenhauser Straße unverzüglich eingeleitet und Geld dafür in den Haushalt 2017 aufgenommen werden. Auf diese Weise könnten Mühlenweg und Gartenstraße vom Durchgangsverkehr entlastet werden. "Wenn wir jetzt nicht anfangen und das planen, haben wir die Straße in 25 Jahren noch nicht", sagte FW-Stadtrat Richard Grimm.

Kümmern wollen sich die Stadträte der Freien Wähler außerdem um neue Einkaufsmöglichkeiten für Vötting - und anders als andere Fraktionen habe man dafür auch schon einen konkreten Vorschlag erarbeitet, sagte Stadtrat Robert Weller in Anspielung auf einen von der ÖDP dazu eingebrachten Antrag. Die Idee der Freien Wähler: Wenn das Institut für Landtechnik wie geplant in einen Neubau am Staudengarten umzieht, könnte auf dem frei werdenden Grundstück an der Thalhauser Straße ein Supermarkt gebaut werden, der das Versorgungsproblem der Vöttinger und der Weihenstephaner Studenten löst.

Bei der Landesanstalt für Landwirtschaft würde man mit so einer Lösung offene Türen einrennen, sagte Benno Zierer, der sich in seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter deshalb für den Neubau der Landtechnik einsetzen möchte. Natürlich sei das keine Lösung, die schnell umgesetzt werden könne, räumten die Freien Wähler ein. Dafür wäre das Grundstück jedoch so groß, dass es für Verbrauchermärkte interessant wäre.

Stark machen will sich die Stadtratsfraktion der Freien Wähler weiterhin für die Umsetzung eines Einheimischenmodells in Freising. Zwar sei man mit einem ersten Antrag für eine Realisierung auf dem Grundstück der Stadt in Untergartelshausen im Stadtrat gescheitert. "Wir werden jedoch keine Ruhe geben, bis da draußen eine vernünftige und verträgliche Entwicklung gefunden ist", versprach Zierer. Während andere Gemeinden wie Hallbergmoos, Kranzberg oder Au durchaus Einheimischenmodelle umsetzen könnten, heiße es in Freising immer nur, dass man abwarten müsse, ob diese Modelle überhaupt EU-konform seien. "Ausreden", findet Zierer, der gerne eine fraktionsübergreifende Klausurtagung zu diesem Thema einberufen würde. Schließlich sei die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bei allen Parteien Wahlkampfthema gewesen.

Grimm präsentierte bei dem Pressegespräch dann noch eine ganz neue Idee, zu der bereits ein Antrag an den Stadtrat eingereicht worden ist. Man könnte den Fürstendamm mit wenig Aufwand über die Insel Richtung altes E-Werk beim Veitshof verlängern, so dass hier ein stadtnaher Rundweg für die Bürger entstünde. Die Grundstücke gehörten der Stadt oder den Stadtwerken, das wäre also unproblematisch, sagte Grimm. Zierer nannte den Vorschlag ein Beispiel "für die praktische Ader der Freien Wähler, mit wenig Geld viel zu erreichen".

© SZ vom 04.11.2016
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