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Unser täglich Brot:Nachhaltig ist nur der Bäcker

Handgemachte Ware ohne Zusatzstoffe gibts nicht beim Discounter

Von Birgit Goormann-Prugger

Regional, ökologisch und fair will sich der gut informierte Zeitgenosse ernähren. Um die Umwelt zu schützen, um unnötige Transporte und womöglich sogar die Ansiedelung von ungeliebten Logistikzentren zu vermeiden und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Stadt Freising hat erst kürzlich einen nachhaltigen Einkaufsführer veröffentlicht. Da kann man nachlesen, wo es sie gibt: gute regionale Produkte, frisches Obst und knackiges Gemüse der Saison von Händlern aus der Umgebung, dazu Fleisch, Fisch, Gewürze, Käse und Honig vom heimischen Imker. Und eben auch das tägliche Brot vom örtlichen Bäcker mit Zutaten aus der Region, am besten aus biologischem Anbau.

Doch das gute Brot, das muss ja auch jemand backen. Aber wenn der Nachwuchs fehlt, dann wird es das Brot mit regionalen Zutaten bald nicht mehr geben. Da gibt es natürlich noch die Aufbackstationen im örtlichen Discounter. Da geht das mit dem Backen ganz fix. Backshops gibt es an jeder Ecke, selbst Tankstellen machen dem Bäcker Konkurrenz. Doch Bäcker, die Teig anrühren, kneten und ins Rohr schieben, die gibt es dort nicht und wer sein Handwerk gelernt hat, für den sind diese Produkte ein Graus. Mehl, Wasser, Salz, Hefe und viel Zeit braucht man für ein gutes Brot. Zeit haben die Brotfabriken nicht, sie arbeiten darum mit Zusatzstoffen, damit der Teig schneller aufgeht. Natürlich ist die Arbeit als Bäcker nicht leicht, wer steht schon gerne mitten in der Nacht auf? Und das Lehrlingsgehalt ist nicht üppig. Was also tun, um einem Berufsstand zu helfen? Vielleicht hat das Projekt "Freisinger Backhaus" ja eine nachhaltige Wirkung. Kinder können dort lernen, wie ein gutes Brot entsteht und sie können den Teig selbst in den Ofen schieben. Vielleicht will eines von ihnen ja später mal Bäcker werden.

© SZ vom 30.09.2016
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