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Umtauschen und eintauschen :Die Kauflust hält an

Das Fest ist vorbei, die Weihnachtsdeko verschwindet aus den Schaufenstern in der Innenstadt. Jetzt werden die Geschenkgutscheine eingelöst.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nach Weihnachten ist in der Freisinger Innenstadt immer noch viel los. Viele Besucher nutzen die freien Tage zu einem entspannten Ladenbummel, manche tauschen Gutscheine ein, andere tauschen Geschenke um.

Der Strickpulli, den Tante Erna zu Weihnachten verschenkt hat, ist nicht wirklich schön. Der Roman vom alten Bekannten steht jetzt zwei Mal im Regal. Oder einfach, um den 20-Euro-Gutschein zu benutzen, der unterm Baum lag. Viele Menschen nutzen die freien Tage unmittelbar nach Weihnachten, um ungewollte Geschenke umzutauschen oder ihre Gutscheine gegen Waren einzulösen.

"Bei uns waren schon einige da", so Katharina Neus, Filialleiterin der Buchhandlung Rupprecht. Auch wenn Gutscheine eher über das Jahr verteilt benutzt würden als unmittelbar nach den Feiertagen. Umgetauscht und eingelöst wird gleichermaßen. "Zurückgebracht werden meistens Bestseller, die viele schon haben. Weniger also, weil sie nicht gefallen. Die nehmen stattdessen ein anderes Buch mit." Ob die Verkäuferin froh ist, die Einkäufe nicht mehr als Geschenk verpacken zu müssen? "Irgendwie fehlt es auch", stellt Neus lachend fest. "Wir machen das ganz gerne, könnte gerne öfter so sein."

Nicht überall werden Gutscheine sofort benutzt - bei manch einem Geschäft nicht einmal im Folgejahr, wie sich die Verkäuferin im Gruber Outlet lachend erinnert: "Kürzlich ist eine Kundin mit einem uralten Papiergutschein gekommen, den verwenden wir längst nicht mehr. Ist beim Umzug aufgetaucht, hat sie erzählt." Ein Stückchen weiter, im regulären Laden, hat man vor Weihnachten viele Wertgutscheine verkauft. "Es waren auch jetzt schon einige damit einkaufen", so Verkäuferin Jaqueline Christmann. Umtausche hielten sich aber noch in Grenzen, es seien nicht mehr als sonst auch. "Aber viel los ist heute, das ist mir schon aufgefallen. Es nutzen wohl viele die freien Tage, aber für uns ist das ja auch gut so."

Tatsächlich ist auch nach Weihnachten in der Freisinger Innenstadt spürbar viel los. Viele Menschen mit Einkaufstüten schlendern durch die Obere Hauptstraße, gehen hier und da in ein Geschäft. Zum Beispiel ins Modehaus Billmayer. Kommen die Leute, um Neues zu kaufen oder Geschenktes zurückzugeben? "Umgetauscht wurde noch nicht viel", stellt eine der Verkäuferinnen fest. Ihre Kollegin ergänzt: "Bisher waren drei da. Ich wollte jetzt mal Strichliste führen, mich interessiert das." Ob es nach Weihnachten, mehr ist als sonst, weiß nämlich keine von ihnen. Üblich ist es trotzdem, dass Kunden Geschenkgutscheine einlösen. "Kleidung schenken ist immer schwer, es muss passen und den Geschmack treffen." Gutscheine würden deshalb öfter verschenkt.

Im Friseurladen von Alexandra Döbl ist dagegen fast nichts los. Verschenkte Gutscheine löse bei ihr noch keiner ein. "Die Leute wollen zwischen den Jahren eher ihre Ruhe haben", so Döbl. Sie stört das nicht, vor Weihnachten sah das noch ganz anders aus: "Da war die Hölle los." Im Geschäft von Richard Grimm wandern währenddessen schon einige Haushaltswaren gegen Gutschein über die Theke. "Die Leute haben sich wohl genug zuhause ausgeruht und wollen jetzt wieder vor die Tür", bemerkt der Inhaber lächelnd. Die Umtauschquote in seinem Fachgeschäft sei aber nicht sehr hoch.

Bei Jutta Ederer kommt das schon vor, auch hier ist es oft das doppelte Buch. Die Filialleiterin von Bücher Pustet kennt das Problem auch privat: "Ich habe meinem Bruder zu Weihnachten ein Buch geschenkt, das er schon zum Geburtstag bekommen hat - auch von mir", gibt sie lachend zu. Er wird es wohl umtauschen. "Viele machen das sofort nach Weihnachten, weil sie denken, es geht sonst nicht mehr", weiß Ederer. Dabei sei sie da recht kollant. "Außer bei Kalendern, die haben ein natürliches Ablaufdatum."