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Umstrittene Sperrung in Allershausen:Nächster Sabotageakt

Eine der beiden Teilschranken an der Jobsterstraße ist mit Gewalt herausgerissen worden.

(Foto: Gemeinde Allershausen)

Unbekannter reißt Schranke an der Jobsterstraße aus Verankerung

Ein Unbekannter hat seinen Privatkrieg gegen die Sperrung der Jobsterstraße in Allershausen fortgesetzt, diesmal mit brachialer Gewalt. Vermutlich vor zwei Wochen hat er eine der beiden Teilschranken aus der Verankerung gerissen und ins angrenzenden Feld geworfen. Möglich sei das nur mit maschineller Unterstützung, etwa mit einem Frontlader, sagt Bürgermeister Rupert Popp (PFW). "Da muss eine gehörige Portion Hass dahinter stecken, das ist unglaublich." Die Gemeinde hat Anzeige erstattet.

Die lange Liste der Sabotage-Akte gegen die Absperrung muss nun also um ein weiteres Kapitel ergänzt werden. Im vergangenen Jahr wurden die Zahlenschlösser von Unbekannten verstellt und dann ganz entfernt, eine der Muttern an der Verankerung war mehrmals gelockert worden, eine Schranke wies einen Riss auf.

Die Absperrung soll verhindern, dass Autofahrer den südlichen Teil der Jobsterstraße weiterhin als Abkürzung zwischen Kranzberg und Allershausen nutzen, denn sie ist in diesem Bereich für den motorisierten Verkehr gesperrt. Vier Landwirte, die dort ihre Felder haben, sind davon ausgenommen. Im Zuge der Bauarbeiten zur Erschließung des Baugebiets Eggenberger Feld-Süd war die Schranke längere Zeit geöffnet, um die Zufahrt zu einem landwirtschaftlichen Anwesen von dieser Seite aus zu ermöglichen. Denn die Straße zur Eggenberger Brücke erhielt einen neuen Unterbau und war gesperrt. Da diese nun wieder befahren werden kann, schloss die Gemeinde die Schranke wieder.

Er sei ziemlich frustriert, sagt Popp und fragt: "In welcher Welt leben wir eigentlich?". Gleichzeitig kündigt er an, dass die Schranke wieder installiert werde. Der Bauhof suche nach einer Stelle, an der Autofahrer das Hindernis nicht mehr so einfach, wie bisher geschehen, durch das angrenzende Feld umfahren können. "Solange ich Bürgermeister bin, bauen wir sie wieder auf", betont Popp. Wenn die Gemeinde jetzt aufgeben würde, hätte der Saboteur gewonnen. "Hier geht es auch ums Prinzip."

© SZ vom 15.02.2020 / psc
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