Viel Vorlauf hatten die neuen Uferlos-Macher nicht. Erst Mitte Dezember war klar, dass das Festival 2026 stattfinden wird. Zwei Monate vor der Eröffnung steht ein großer Teil des Programms. Was die Headliner angeht, laufen gerade letzte Gespräche, wie Anja Winnes vom Organisationsteam im Gespräch mit der SZ sagt. Abstriche, was den Umfang des zehntägigen Festivals angeht, müssen die Fans nicht befürchten. Etwa 100 Künstlerinnen und Künstler werden vom 8. bis zum 17. Mai in der Freisinger Luitpoldanlage dabei sein. Allerdings klafft noch eine große Finanzierungslücke – die Veranstalter hoffen daher auf weitere Spenden und Sponsoren. Für Besucher bleibt das Uferlos-Festival kostenlos.
In diesem Jahr wird es sechs Bühnen geben, eine davon mit neuem Design und Konzept. „Zuflucht“ lautet der Programmtitel. Uferlos-Geschäftsführer Lemarr Baqai will dort der Subkultur mehr Entfaltungsmöglichkeiten geben. Fester Bestandteil des Festivals ist der „Markt der Möglichkeiten“, der etwa 70 Stände mit schönen Dingen wie Kunsthandwerk, Mode und Schmuck umfasst. Dazu kommt ein vielseitiges Gastro-Angebot mit Biergärten und Weißbierkarussell. „Vieles Liebgewonnene bleibt bestehen – und wird zugleich behutsam weiterentwickelt“, sagt Anja Winnes.
Im großen Zirkuszelt sowie im Kaffeehauszelt treffen Pop auf Rock, Funk auf Soul und Hip-Hop auf House. Einige Bands hat das Uferlos-Team bereits publik gemacht. Mit dabei sind die Uferlos-Dauergäste Boppin`B, außerdem Schein mit Soul und Funk aus Freising, das Chor-Projekt Anchora mit Jazz und Pop, ebenfalls aus Freising, die A-cappella-Band Auer Voices aus der Hallertau, Raketenumschau mit Indie-Sound aus München sowie der junge Singer-Songwriter Luka Blau. Die Headliner werden in Kürze bekanntgegeben.
Einen neuen Namen soll das Nachhaltigkeitszelt erhalten. Geplant sind dort Vorträge, Yoga und kreative Mitmach-Aktionen wie Workshops oder eine Siebdruckwerkstatt. Kleinen Besuchern wird im Kinderland einiges geboten.

Lange war unklar, ob das Uferlos-Festival 2026 stattfinden kann. Vergangenes Jahr fiel das Festival aus. Der damalige Geschäftsführer Vipo Maat hatte sich aus finanziellen Gründen schweren Herzens dazu entschlossen, die Veranstaltung abzusagen. Wegen des schlechten Wetters waren die Einnahmen 2024 eingebrochen, zudem stiegen die Ausgaben stark an. Erst Ende 2025 entschied sich, dass es weitergehen wird. Maat übergab die Organisation an den Veranstaltungskaufmann Lemarr Baqai, der in der Freisinger Kulturszene seit vielen Jahren aktiv ist. Ihm steht der Freisinger Eventkoordinator und Gastronom Joseph Berger zur Seite.
Trotz des provisorischen Busparkplatzes in der Luitpoldanlage wird das Festival kaum kleiner sein als in den Vorjahren. Baqai ist „unendlich glücklich“, dass es weitergeht. Die Finanzierung aber bleibt schwierig. Die Uferlos-Macher sind auf der Suche nach weiteren Sponsoren, einige hatten sich im vergangenen Jahr zurückgezogen. Auch Zeltnamen sind noch zu vergeben. Grundlage für den Erhalt des Festivals ist die Unterstützung durch die Stadt Freising, die neuer Hauptsponsor ist. Nach einigen Diskussionen bewilligte der Finanzausschuss 80 000 Euro Zuschuss.
Auf der Plattform Startnet (www.startnext.com/uferlos-festival) läuft im Internet eine Spendenkampagne. Die Finanzierungslücke ist zum aktuellen Zeitpunkt noch groß. Ziel ist, die gemeinnützige GmbH zu sichern. Einige neue Partnerschaften seien gefunden, sagt Lemarr Baqai. „Keiner hat gesagt, dass es einfach wird“, fügt er hinzu und lacht. „Ich bin guter Dinge.“

