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Uferlos 2017:"Glückliche Besucher, wo man hinsah"

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Marian Gold, Frontman von Alphaville.

(Foto: privat)

Die Macher blicken auf eine tolle Festivalwoche zurück. Am letzten Abend lassen Alphaville die 80er Jahre aufleben, auch mit den Hits von damals.

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Irgendwann ist jedes Festival einmal vorbei, auch das "Uferlos". "Wir stecken gerade mitten in den Abbauarbeiten, das nervt etwas nach dieser tollen Woche", sagt Thomas Sedlmeier am Montagvormittag. In einer Woche muss der Festivalplatz wieder leer geräumt sein. "Sportlich", nennt Sedlmeier dieses Ziel. Seinen Partner Vipo Maat kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreichen. "Er hat in der Nacht zum Montag noch bis um fünf Uhr die Abrechnung gemacht", erklärt das Thomas Sedlmeier".

Maat ist beim Uferlos für die Finanzen zuständig, Sedlmeier für die Technik. Doch auch er kann schon jetzt eine "durchweg positive Bilanz" für das 9. Uferlos-Festival ziehen. "Es war immer gut besucht, wir hatten Riesenglück mit dem Wetter. Nur der erste Tag war kritisch, aber das Unwetter ist vorbeigezogen." Es habe kaum nennenswerte Zwischenfälle im Ablauf gegeben und dafür "glückliche Besucher, wo man hinsah", formuliert Sedlmeier.

Eine Festivalwoche mit viel Sonnenschein haben sich die Uferlos-Macher sicher auch verdient. "Eigentlich war nur im ersten Jahr das Wetter so schön, und da hatte wir mitten in der Woche noch einen Sturm." Auch musikalisch habe das "9. Uferlos-Festival" wieder einiges zu bieten gehabt. "Ich war ganz begeistert von dem Fehlfarben-Konzert, das ist wirklich eine Kultband", sagt Thomas Sedlmeier. Auch die Alternative-Rocker von De Staat aus den Niederlanden hätten ordentlich eingeheizt. Am letzten Festivaltag gab es noch einmal einen Publikumsansturm. Im Biergarten war am frühen Abend kaum ein freier Platz zu finden. Später sorgte die deutsche Synthie-Pop-Gruppe Alphaville dafür, dass der Bretterboden im Sparkassenzelt bis in die Grundfesten erschüttert wurde. Von den Alphaville-Gründungsmitgliedern aus dem Jahr 1983 war zwar nur noch Frontman Marian Gold dabei, der eigentlich Hartwig Schierbaum heißt, was natürlich nicht geht als Frontman einer Synthie-Pop-Legende. Als Marian Gold sorgte er aber mit seiner markanten, glasklaren Stimme für den typischen Alphaville-Sound und auf der Bühne gab der 63-Jährige alles. Er blieb dabei stets stilbewusst und legte trotz der gefühlten 80 Grad im Sparkassenzelt an diesem heißen Sommertag sein schwarzes Sakko nicht ab. Nur ab und an tupfte er sich mit einem weißen Handtuch den Schweiß von der Stirn.

Ihm zur Seite stand eine perfekt aufeinander abgestimmte Band mit einem engagierten Drummer (Jakob Kiersch), einem headbangenden Carsten Brocker am Keyboard, dem Engländer David Goodes an der Gitarre und der Bassistin Alexandra Merl aus Ingolstadt. Die ist zwar erst 1984, ein Jahr nach Gründung von Alphaville, zur Welt gekommen. Bei ihrer Performance konnte man jedoch den Eindruck gewinnen, als habe sie schon als Kleinkind in die Saiten gegriffen.

Natürlich waren auch die Alphaville-Hits von einst zu hören. "Big in Japan" ebenso wie "Sounds like a Melody". Ganz zum Schluss gab es noch "Forever Young". Da leuchteten dann zwei, drei Feuerzeuge im Publikum auf, so wie früher, und ganz viele Smartphones, wie das heute eben so ist.

© SZ vom 30.05.2017
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