Die Freisinger Firma Praetner ist gerettet. Gut zwei Wochen nach der Hiobsbotschaft von der bevorstehenden Schließung ist diese vom Tisch, die Arbeitsplätze bleiben erhalten. Übernommen wird der Freisinger Traditionsbetrieb von dem Traunsteiner Familienunternehmen Kreiller.
Nach drei Verlustjahren durch die Krise in der Baubranche hatte der Werkzeug-Fachhandel Praetner Mitte Januar bekannt gegeben, die Firma Ende März aufzulösen. Trotz Eigenmitteln der Inhaberfamilie und Kostensparmaßnahmen hatte man keinen Weg gesehen, das 1929 gegründete Familienunternehmen zu retten. Für Freising war die Nachricht ein Schock. 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätte das ihre Jobs gekostet – doch nun kommt es anders.
Geschäftsführer Thomas Biersack sind Freude und Erleichterung anzuhören, als er am Freitag am Telefon die Wende verkündet. Das Unternehmen Praetner wird von dem mittelständischen Fachhändler J.N. Kreiller KG mit Sitz in Traunstein übernommen. Die neuen Chefs in Freising sind seit 160 Jahren in Südostbayern tätig, das Unternehmen hat etwa 350 Beschäftigte und handelt mit Artikeln für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe. Die Kunden sind überwiegend Handwerks- und Industriebetriebe.
Eigenen Angaben zufolge setzt Kreiller auf Stabilität und Zukunftsfähigkeit: „Was wir erwirtschaften, bleibt im Unternehmen, das sichert Arbeitsplätze und ermöglicht Investitionen auch in schwierigen Zeiten.“
Zwischen Praetner und Kreiller besteht bereits seit Jahren ein enger fachlicher Austausch. Die Übernahme sei daher weniger ein Bruch als vielmehr eine Fortsetzung auf einer anderen Ebene, heißt es aus beiden Unternehmen. Für Louis Praetner bedeutet der Schritt vor allem eines: eine Perspektive. Statt Abwicklung und Entlassungen gehe es nun um Stabilisierung und Weiterentwicklung. In einer Branche, die zuletzt vor allem mit Insolvenzen und Stellenabbau Schlagzeilen gemacht habe, sei die Übernahme „ein leises, aber positives Signal“.

