ForschungNeuer TUM-Standort am Flughafen

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Der Lab Campus besteht aus zwei Gebäuden und soll noch deutlich größer werden. Die Eröffnung der neuen Räume der TU München soll zur Belebung des Areals beitragen.
Der Lab Campus besteht aus zwei Gebäuden und soll noch deutlich größer werden. Die Eröffnung der neuen Räume der TU München soll zur Belebung des Areals beitragen. Marco Einfeldt
  • Die TU München eröffnet Mitte des Jahres am Flughafen das „TUM Convergence Center" und forscht dort auf 20 400 Quadratmetern zu Mobilität, Robotik und KI.
  • Lehrveranstaltungen bleiben in Garching und Straubing, nur Forschung und Projektarbeiten finden am neuen Standort statt.
  • Der Lab Campus soll langfristig auf vier Quartiere mit bis zu 29 Gebäuden für Forschungseinrichtungen und Start-ups ausgebaut werden.
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In den kommenden Monaten bezieht die TU München Räume am Lab Campus und wird dort in den Bereichen Mobilität, Robotik und KI forschen. Die Lehrveranstaltungen bleiben in Garching und Straubing, Studierenden bleibt eine ständige Pendelei erspart.

Von Petra Schnirch, Freising/Erding

Die TU München zieht Mitte des Jahres an den Flughafen und eröffnet mit dem „TUM Convergence Center“ einen weiteren Standort in der Region. Am Lab Campus werden auf einer Fläche von 20 400 Quadratmetern künftig mehrere Lehrstühle forschen. Im Mittelpunkt stehen Zukunftstechnologien wie Mobilität, Robotik und KI. Der Studienalltag mit Vorlesungen und Seminaren ist davon nicht betroffen, diese werden weiterhin in Garching und Straubing stattfinden. Bis zum Beginn des Wintersemesters 2026/27 im Oktober soll alles fertig sein.

Erste Büros sind bezogen, die meisten Räume aber sind noch leer. „Wir sind gerade dabei, Möbel und Ausstattung zu organisieren“, sagt der stellvertretende Pressesprecher der TU, Stefan Kögler. Die Verkabelung werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Zudem seien Umbauten erforderlich. Außen fehlt noch der Schriftzug der Uni.

Der Lab Campus ist ein ambitioniertes Projekt der Flughafenbetreiber. Auf einem 70 Fußballfelder großen Areal sollen sich Forschungseinrichtungen, Start-ups und innovative Unternehmen ansiedeln, die sich mit den Technologien der Zukunft beschäftigen. Zwei Gebäude, Lab 48 und Lab 52, stehen bereits. In beiden hat die TUM Flächen angemietet. Sechs weitere sind in Planung. Langfristig bieten vier Quartiere Platz für bis zu 29 Gebäude.

Die TU will Teile des „Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence“ (Mirmi) an den Flughafen verlegen. Mehrere Professoren werden dort forschen. Klaus Bengler, Inhaber des Lehrstuhls für Ergonomie, möchte ein Living-Lab einrichten und Arbeitswelten der Zukunft testen. Im Bereich Robotik gehe es darum, KI zu integrieren und Robotern Neues wie Armbewegungen beizubringen, erklärt Kögler. Geplant sei eine Art „Real-Labor“. Das Mirmi selbst bleibt im bestehenden Gebäude in Garching. Außerdem soll ein Sustainable Aviation Center, ein Forschungsinstitut für nachhaltige Luftfahrt, entstehen.

Große Foyers mit Sitzstufen und Tagungsräume bieten genügend Platz für große Meetings und Besprechungen.
Große Foyers mit Sitzstufen und Tagungsräume bieten genügend Platz für große Meetings und Besprechungen. Marco Einfeldt
Sitzecken bieten sich als Treffpunkte oder aber Rückzugsmöglichkeiten an.
Sitzecken bieten sich als Treffpunkte oder aber Rückzugsmöglichkeiten an. Marco Einfeldt

Auf einem Stockwerk im Lab 52, in dem die Airport Academy untergebracht ist, das Schulungszentrum des Flughafens, soll ein ganzes Stockwerk Studierenden zur Verfügung gestellt werden – für Seminar- und Projektarbeiten oder zur Vernetzung mit anderen Forschenden sowie Unternehmen im Bereich Robotik. Dafür fehle bisher der Platz, sagt Kögler. „Den können wir jetzt bieten.“

Das sei ein Angebot für Studierende, für den eigenen Studiengang müsse aber niemand zum Lab Campus pendeln. Angebunden werden soll das TUM Convergence Center von Garching aus mit Shuttlebussen. Das Ziel ist, die Linie bis zum TU-Standort Straubing zu verlängern. Details stehen noch nicht fest. Von Freising aus wird es kein zusätzliches Shuttle-Angebot geben, der Lab Campus ist über die Buslinie 635 gut zu erreichen.

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Was verspricht sich die TUM vom Teil-Umzug an den Lab Campus? Ein Vorteil sei, dass man Bereiche zusammenbringen könne, die sich bisher räumlich getrennt in München, Freising oder Garching befänden, erklärt der TUM-Sprecher. Das TUM Convergence Center bietet sich für Tagesseminare und internationale Konferenzen an und soll die Zusammenarbeit erleichtern. Showrooms im Erdgeschoss eignen sich für öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen.

Die Begeisterung bei den Kolleginnen und Kollegen für die moderne Arbeitsumgebung sei groß, schildert Kögler. Die Räume mit großen Foyers und Besprechungsmöglichkeiten fänden viel Anklang, weil sie das Kollaborative fördern. In ihren älteren Gebäuden könne die TUM das so nicht bieten. Kleiner Schwachpunkt sei die fehlende Einbindung in Studium und Lehre, bedingt durch die Entfernung zu den anderen Standorten. Das aber ist im aktuellen Konzept ohnehin nicht vorgesehen.

Für die Forschenden ist es ein „signifikanter Aufbruch“

Zu Beginn war das anders. Als 2023 bekannt wurde, dass die TU an den Flughafen ziehen werde, war dafür zunächst das schnell wachsende Department of Aerospace and Geodesy im Gespräch. Auch Lehrveranstaltungen sollten am Lab Campus stattfinden. Für die Luft- und Raumfahrtforschung wird jedoch der Campus in Ottobrunn/Taufkirchen in großem Umfang ausgebaut. Zerschlagen haben sich auch die Pläne, auf den Flächen der TU München am Lab Campus Bayerns größtes Science Center einzurichten.  Die Technische Universität erteilte den Organisatoren kurzfristig eine Absage und will den Bereich selbst nutzen.

Die Planungen der TUM für den Flughafen umfassen vorerst einen Zeitraum von ungefähr zehn Jahren. Man habe aber Interesse daran, dauerhafte Kooperationen aufzubauen, sagt Kögler. Der Flughafen wiederum wünsche sich, in der Mobilitätsforschung zusammenzuarbeiten. Noch ist das Areal um die ersten beiden Gebäude am Lab Campus eine Baustelle. „Wenn das ganze Quartier dann entsteht, sehen wir durchaus Potenzial, den Standort zu halten“, sagt Kögler. Erste Annehmlichkeiten gibt es bereits: Vor wenigen Wochen sind ein Bistro und ein Café eröffnet worden. Von den Dimensionen her sei der Flughafen „kein relevanter Campus-Standort“ der TUM, für die beteiligten Bereiche aber sei es ein „signifikanter Aufbruch“.

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