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Tierschutz in Freising:Hilfe für Gelbbauchunke

Gelbbauchunke beim Baden

Oben unscheinbar, unten leuchtend gelb und schwarz: Auch im Landkreis ist die Gelbbauchunke selten geworden, das soll sich ändern.

(Foto: Wolfgang Willner Naturfoto)

Landratsamt prüft mit Online-Umfrage Erfolg des Projekts

Die Bürgerinnen und Bürger sind noch bis Sonntag, 16. Mai, in einer Online-Untersuchung gefragt, die sich mit der Gelbbauchunke befasst. Die Projektverantwortlichen wollen dabei unter anderem wissen, wie die Bekanntheit der Gelbbauchunke in der Öffentlichkeit ist oder ob sich das Bewusstsein, um was für ein Tier es sich handelt und ob es schutzbedürftig ist, in den vergangenen Jahren verändert hat.

Unter der Überschrift "Allen Unkenrufen zum Trotz" hatte sich der Kreis Freising zusammen mit fünf anderen oberbayerischen Landkreisen zuletzt an einem Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt beteiligt, in dem es um den Schutz der biologischen Vielfalt, speziell der Gelbbauchunke, geht. Ziel ist es, den Erhalt der Unke, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, zu sichern.

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Bundesprogramm Biologische Vielfalt und durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Die Trägerschaft haben die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen sowie der Bund Naturschutz in Bayern (BN) mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen übernommen. Die Bestände der Gelbbauchunke sollen sich durch die ergriffenen Maßnahmen bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 möglichst erhöhen. Da ein großer Teil der Weltpopulation der "Bombina variegata" in Deutschland vorkomme, habe Deutschland für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung, heißt es in einer Mitteilung aus dem Freisinger Landratsamt dazu.

Die Gelbbauchunke fühlt sich in kleinen Gewässern, Quelltümpeln, Viehweiden, aber auch in Pfützen und wassergefüllten Fahrspuren wohl und legt hier ihre Eier ab. Doch durch Trockenlegungen und Straßenbauten sind diese Laichgewässer immer weniger geworden und in der Folge auch die Tiere, wie in der Mitteilung weiter beschrieben wird. Ziel sei es nun, neue Lebensräume zu schaffen, Biotope aufzubessern und diese zu vernetzen, um die Unkenwanderungen wieder zu ermöglichen.

Dazu brauche es engagierte Grundeigentümer sowie Privatpersonen, die Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen. Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sollen ebenso eingebunden werden wie die Gemeinden, Kiesabbauunternehmen und Schulen. Mit im Boot sind auch die TU München am Standort Weihenstephan sowie die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die mit ihrem Fachwissen zum Gelingen des Unken-Projekts beitragen können.

Die Online-Umfrage soll dem Landratsamt zufolge nun helfen einzuschätzen, ob die umgesetzten Maßnahmen zum gewünschten Erfolg beigetragen haben. Wer das Projekt unterstützen will, braucht etwa zehn bis 15 Minuten Zeit für den anonymen Fragebogen, der im Internet zu finden ist (https://s2survey.net/natur_oberbayern/).

Weitere Informationen finden sich hier: www.gelbbauchunke-bayern.de; http://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/allen-unkenrufen-zum-trotz.html.

© SZ vom 12.05.2021 / vo
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