Teurer Umweltschutz Orientierungshilfe

Um einen großen Bergahorn als Zielpunkt für Mauersegler und Fledermäuse zu erhalten, soll der Gehweg an der General-von-Stein-Straße im Bereich des ehemaligen Stabsgebäudes in die bestehende Arkade verlegt werden

Von Kerstin Vogel, Freising

Um einen großen Bergahorn zu retten und damit einen wichtigen Orientierungspunkt für Mauersegler und Fledermäuse im Norden der Stadt zu erhalten, soll der Gehweg an der General-von-Stein-Straße im Bereich des ehemaligen Stabsgebäudes in die südlich davon bestehende Arkade verlegt werden. Damit könnte nicht nur der Baum an der Einmündung zur Weinmiller-Straße stehen bleiben, sondern es fände auch eine neue Linksabbiegerspur von der General-von-Stein-Straße her Platz.

Durch die Arkaden im Süden des alten Stabsgebäudes im Wohnviertel Steinpark sollen künftig Fußgänger spazieren. Die Maßnahme rettet einen großen Bergahorn.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die fragliche Arkade ist direkt an das Stabsgebäude angebaut, das derzeit noch der Stadt Freising gehört. Der unterhalb der Bögen verlaufende Weg muss um 30 Zentimeter abgesenkt werden, um Bestandteil der geplanten barrierefreien Gehwegverbindung werden zu können. Außerdem muss ein altes, stark verrostetes Ziergitter mit gefährlich aussehenden Eisenspitzen ausgebaut werden und es wird eine Beleuchtung für den Weg installiert werden müssen. Angesichts der für die Maßnahme veranschlagten Kosten von etwa 20 000 Euro erkundigte sich CSU-Stadtrat Rudolf Schwaiger am Mittwoch im Bau- und Planungsausschuss des Stadtrats, ob es nicht "wirtschaftlich sinnvoller wäre, einfach einen neuen Baum zu pflanzen".

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Es hatte sogar die Vermutung gegeben, der Baum könnte durch Bakterien in einem Riss am Stamm ohnehin nicht zu retten sein, dieser Verdacht hat sich aber nicht bestätigt - dafür zog das Argument von Stadtbaumeisterin Barbara Schelle: Rund um das Stabsgebäude flögen Fledermäuse und Mauersegler. Diese bräuchten in der Stadt einfach die großen Bäume als Zielpunkte und Leitlinien, deshalb sei es so wichtig, den Bergahorn zu erhalten.

Robert Weller (Freie Wähler) störte sich weniger an den Kosten, als vielmehr an der Linksabbiegerspur, die künftig von der General-von-Stein-Straße in die Weinmillerstraße führen soll. Das sei ja nun eigentlich nicht das, was man wolle, nämlich doch wieder den Autos immer mehr Raum zu geben, kritisierte er. Obwohl er das Gegenargument, dass der verbreiterte Straßen raum von der anderen Seite her als Schleppkurve für die Busse erforderlich sei, nicht entkräften mochte, stimmte er am Ende mit seinem Fraktionskollegen Karl-Heinz Freitag als einziger gegen die Verlegung des Gehweges.

Das rostige, spitzenbewehrte Gitter soll verschwinden

(Foto: Marco Einfeldt)

Gegen die Stimme von Grünen-Stadtrat Manfred Drobny wurde im Ausschuss am Mittwoch auch der Bauantrag für den geplanten Bau der fünfzügigen Grundschule und einer vierzügigen Mittelschule an der Weinmillerstraße genehmigt. Neben dem Gebäude für die Steinparkschulen selber wurde damit auch einer neuen Dreifeldsporthalle, einer Tiefgarage, städtischen Lagerflächen und einer Fotovoltaikanlage zugestimmt. Die Anlage soll auf den bekiesten Dachflächen der Grund- und der Mittelschule entstehen und vor allem dem Eigenverbrauch dienen. Die Dachflächen des geplanten Forums zwischen den beiden Schulen und der Sporthalle werden extensiv begrünt. In der Tiefgarage entstehen insgesamt 84 Stellplätze für Autos, außerdem müssen gut 450 Abstellplätze für Fahrräder gebaut werden.

Für die Grundschule rechnet die Stadt mit gut 500 Kindern vor allem aus dem angrenzenden Neubaugebiet "Steinpark", die Mittelschule dürfte von bis zu 600 Schülern aus einem etwas weiteren Umkreis besucht werden. Um die 150 Lehrer und Betreuer werden hier einmal arbeiten. Die neue Dreifachsporthalle kann werktags außerhalb der Schulzeiten und an den Wochenenden an Vereine vermietet werden, die dann auch die Tiefgarage nutzen können. Insgesamt lässt sich die Stadt den Neubau mehr as 70 Millionen Euro kosten.

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