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Tassilo-Preis:Unermüdlicher Ideengeber

Nächstes Großprojekt für Norbert Huber und die Freysing Larks ist das Musical "Korbinian", derzeit wird intensiv geprobt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Norbert Huber packt mit den "Freysing Larks" gern Großprojekte wie das "Korbinian-Musical" an. Jetzt sind er und sein Chor für den Tassilo-Preis der SZ nominiert.

Von Clara Lipkowski, Freising

Ideenreich ist wohl das Attribut, mit dem sich die Arbeit von Norbert Huber, der das Chorprojekt "Freysing Larks" leitet, am besten beschreiben lässt. Ständig fallen dem Kirchenmusiker und Musiklehrer neue Stücke, Themen, Konzepte ein, die er mit dem Gospelchor umsetzen will. Vor sechs Jahren hat er den Chor, der übersetzt "Freisinger Lerchen" heißt, gegründet. Und der sucht im Landkreis seinesgleichen: 80 Sängerinnen und Sänger unterstützen seither auf musikalische Weise zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen im Landkreis mit ihrem Gospelprogramm. Außerdem unterhalten die Musiker Zuschauer mit Musical- und Tanzeinlagen sowie mit aufwendigen Kostümen. Für das Engagement sind der Chor und der Leiter Norbert Huber nun für den Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung nominiert.

Die Sängerinnen und Sänger proben wöchentlich zwei Stunden im Lerchenfelder Pfarrsaal. Daher steht das Wort "Larks" im Chornamen nicht nur für Lerchen, sondern auch für die Wurzeln des Chores in Lerchenfeld. Für die Schreibweise "Freysing" haben sich die Musiker entschieden, weil es das alte Freising widerspiegele, sagt Huber. Der Chor besteht aus Männern und Frauen zwischen 17 und 65 Jahren und beherrscht inzwischen ein breites Repertoire vom klassischem Gesang bis zu Pop und Musical.

Bei großen Freisinger Veranstaltungen sind die Freysing Larks meist mit von der Partie: Vor Kurzem haben sie das Uferlos-Festival mit einem Gottesdienst eröffnet. Derzeit proben die Musiker intensiv für das groß angelegte Musical "Korbinian" mit mehr als 250 Teilnehmern, unter ihnen professionelle Tänzer und Schauspieler. Aufgeführt wird es im Sommer auf dem Marienplatz. Huber ist es wichtig, in seinen Projekten Raum für Kreativität zu schaffen. Engagierten sich die Chor-Mitglieder für die Idee, die hinter dem Vorhaben steht, "verändert sich das Projekt und wird größer als die Anfangsvision." Dabei sei es egal, ob es sich um Profi- oder Laienmusiker handelt. In Hubers Chor versammeln sich Sozialpädagogen, Lehrer, Musiker, Schreiner und Landschaftspfleger. "Man muss einfach mit Herzblut dabei sein", sagt Lea Schwaiger, die als Sopranistin seit einem Jahr dabei ist.

Sie gerät ins Schwärmen, wenn sie über die Freysing Larks spricht. Sie habe schon seit ihrer Kindheit in Chören gesungen, aber dieser sei ganz besonders, sagt sie. Ihr gefalle die Auswahl der Stücke und die Herangehensweise des Chorleiters Huber. Sein Stil, den Chor zu leiten, sei "lebendig, engagiert und extrem motivierend". Auch beeindrucke sie, dass Huber vor schwierigen Gesangsstellen nicht zurückschreckt. Im Musical über den Freisinger Stadtpatron Korbinian, das der Chor gerade einstudiert, gibt es Passagen, die statt wie üblich von vier Stimmen unter Hubers Anleitung achtstimmig gesungen werden. "Außerdem können wir uns vielseitig in die Organisation einbringen", sagt die 30-Jährige, beispielsweise könnten die Mitglieder Stücke vorschlagen, Kostüme für Auftritte schneidern, das Bühnenbild mitgestalten oder für Auftritte werben.

Mit den musikalischen Projekten ist der Chor bereits in anderen Teilen Bayerns und auch in Tschechien aufgetreten. Wie der Chor mit so vielen Leuten auf Tournee geht? In einem großen Bus gehe das, versichert Huber, der Musik- und Theaterlehrer an der Fachakademie für Sozialkunde in Freising ist. Allerdings sei es schon einmal vorgekommen, dass nicht alle auftreten konnten. Ins Frauengefängnis von Stadelheim passten nur 20 der 80 Sänger und Sängerinnen.

Huber legt großen Wert darauf, Freisinger in seine Arbeit einzubinden. "Hier sollen viele Menschen aus unserer Gemeinde ehrenamtlich miteinbezogen werden", sagt der 48-Jährige. So wolle er die Gemeinde ein Stück zusammenbringen und die Geschichte der Stadt, beispielsweise im Musical "Korbinian", für Jung und Alt erlebbar machen.

Für ein neues Großprojekt hat Huber auch schon eine Idee: Zum 100. Geburtstag der Jazz-Legende Ella Fitzgerald will Huber mit seinem Chor, einer Bigband, Tänzern und Musikern, die Sängerin ehren, die in den 50er und 60er Jahren ihre größten Erfolge hatte. Dazu soll der Chor gemeinsam mit Gastdarstellern in einer Revue auftreten. Ein mögliches Tassilo-Preisgeld, verrät Huber, könne bestens für die Finanzierung eines solchen Projekts verwendet werden.

© SZ vom 27.05.2016

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