SZ-Stadtgespräch:"Der Fremde kann mir noch so fremd sein, aber deswegen Häuser anzünden?"

Fremdenfeindlichkeit im Landkreis, die Vermittlung islamischer Werte und der mögliche Untergang des christlichen Abendlandes: Vier lokale Vertreter verschiedener Religionen diskutieren, was die Freisinger bewegt.

Von Anna Dreher, Kerstin Vogel, Christian Gschwendtner

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Quelle: Marco Einfeldt

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Sie haben nicht nur die Handynummern ihrer religiösen Kollegen, sondern sprechen auch regelmäßig miteinander: Bhikkhu Thidhammo und Rainer Boeck (Erster und Zweiter von links), Anne Lüters und Ismet Ünal (Erste und Zweiter von rechts) diskutierten im Bräustüberl des Freisinger Hofbräuhauses im Beisein von zwei SZ-Mitarbeitern.

Das ausführliche Interview lesen Sie hier mit SZ plus.

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Quelle: Marco Einfeldt

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Rainer Boeck: "Das christliche Abendland ist noch nie durch Herausforderungen untergegangen."

In Freising kennt den Leiter des Kardinal-Döpfner-Haus inzwischen wohl jeder. Seit 2010 ist Monsignore Rainer Boeck der Chef des Dombergs. Kardinal Joseph Ratzinger weihte den gebürtigen Münchner einst zum Priester, später arbeitete Boeck als erzbischöflicher Sekretär und leitete das Priesterseminar in seiner Heimatstadt. Als Gesprächspartner wird er weit über die Grenzen der Domstadt hinaus geschätzt. Seine Privatbibliothek soll an die 7000 Bände umfassen.

Im SZ-Stadtgespräch findet Rainer Boeck deutliche Worte gegen Fremdenfeindlichkeit und Flüchtlingsangst im Landkreis. Wer sich Kulturpessimismus erhofft hat, ist bei ihm an der falschen Andresse. Der Chef des Domberges gewinnt Freisings aktuellen Herausforderungen sogar einiges Positives ab.

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Quelle: Marco Einfeldt

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Bhikkhu Thitadhammo: "Im Buddhismus ist Liebe die stärkste Waffe, die ein Mensch hat."


Nach dem Abitur in Freising besuchte Bhikkhu Thitadhammo, 40, ein japanisches Kloster und wurde dort zum bekennenden Buddhisten. Nach dem Studium der Sinologie, Religionswissenschaft und Japanologie in München, Oxford und Tokyo lebte Thitadhammo in buddhistischen Klöstern in Japan, Taiwan und Thailand. 2004 wurde er dort zum Mönch ordiniert, bevor er im Herbst 2008 zurück nach Freising kehrte und dort ein buddhistisches Kloster eröffnete.

Eigentlich ist Bhikkhu Thitadhammo ein Mann der Kontemplation. Im Laufe des SZ-Stadtgesprächs kommt aber auch Freisings berühmtester Buddhist in Fahrt. Und zwar nicht nur, wenn es darum geht Sprachbarrieren zwischen der Bräustüberl-Bedienung und einer chinesischen Reisegruppe abzubauen.

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Quelle: FRG

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Ismet Ünal: "Wir können die islamischen Werte nicht immer so vermitteln, wie wir es wollen."

Es ist wohl nicht übertrieben, Ismet Ünal, 52, ein Freisinger Urgestein zu nennen. Seit mittlerweile 37 Jahren lebt er in der Stadt. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass aus dem losen Verbund der Freisinger Muslime im Jahr 2000 ein eingetragener Verein wurde. Ünal war lange Zeit Vorsitzender, musste den Posten aus Zeitgründen vor zwei Jahren jedoch abgeben. Als Außenbeauftragter ist Ünal weiterhin das Sprachrohr der islamischen Gemeinschaft.

Egal, ob es um hausgemachte Probleme seiner muslimischen Gemeinde in Freising oder die großen Fragen unserer Zeit geht. Ismet Ünal spricht Klartext im SZ-Gespräch.

Ismet Ünal (unten links) beim Tag der offenen Moschee.

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Quelle: Einfeldt

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Anne Lüters: "Leute, traut eurem Glauben doch etwas zu. Glaube ruft eigentlich zur Offenheit gegenüber anderen auf."


Die 42-Jährige ist seit 2007 Hochschulpfarrerin an der TU und der FH in Freising-Weihenstephan. Davor studierte sie in München und Heidelberg Evangelische Theologie, war in den USA unterwegs und volontierte nach dem Vikariat in Eichenau bei einer fränkischen Kirchenzeitung. Seit 2005 ist die bayerische Schwäbin Gemeindepfarrerin in der Domstadt. Lüters kümmert sich hier um Bildungsprogramme, Seelsorge, Gottesdienste und unterstützt Studierende.

Die junge Hochschulpfarrerin outet sich im SZ-Stadtgespräch als Frau der Praxis. Anne Lüters hat noch einiges mit Freising vor. Die üblichen Bedenkenträger will sie eines Besseren belehren.

Anne Lüters (links) mit Dirk Berberich.

Das ausführliche Interview lesen Sie hier mit SZ plus.

© sz.de/kbl/zim
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