SZ-Serie "Update"Endloser Kampf um eine Ampel

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(Foto: Marco Einfeldt)

Ex-Bürgermeister Karl Ecker fordert Einhaltung von Zusagen ein

Von Peter Becker

In der Rubrik "Update" beleuchtet die Freisinger SZ aktuelle Entwicklungen bei verschiedenen Themen im Landkreis. Auf welchem Stand ist ein Projekt? Wurde gegen Missstände vorgegangen und wie? Diesmal geht es um eine stationäre Fußgängerampel im Auer Ortsteil Reichertshausen )

. Wer an viel befahrenen Staats- und Bundesstraßen wohnt, ist oft Leid geprüft. Er muss lärmresistent sein oder bangt um das Leben seiner Kinder. Aus letzterem Grund haben die Anwohner der Bundesstraße 301 in Reichertshausen 2013 eine mobile Ampel beantragt, welche den Schülern und Schülerinnen das Überqueren der Straße erleichtern sollte. Seit März 2014 steht an der entsprechenden Stelle eine solche Anlage, die der Marktgemeinde Au gehört. Sie wurde zur Sicherheit der Fußgänger an der viel befahrenen B 301 zwischen dem alten Pfarrhof und dem "Frauengartl" aufgestellt.

So weit, so gut. Weil sich aber in der Folge herausstellte, dass die seit langem geforderte Ortsumfahrung von Reichertshausen nicht wie nötig in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wurde, drängte die Marktgemeinde auf die Errichtung einer stationären Ampel. Stets hieß es aber, der Bund als Lastenträger sehe wegen des seiner Ansicht nach zu geringen Bedarfs keine Notwendigkeit und verweigerte die Finanzierung. Bis im Mai 2021 Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer in Au erschien und sich zusammen mit Bürgermeister Hans Sailer (FW) mit der frohen Kunde ablichten ließ, dass die Hartnäckigkeit der Auer, was die Ampel anbelangt, von Erfolg gekrönt sei: Die provisorische Ampelanlage solle durch eine fest installierte Ampelanlage ersetzt und vom Bund finanziert werden. Das solle vermutlich im Herbst 2021 geschehen, versprach Irlstorfer.

"Das ist leider nicht passiert", klagt nun Karl Ecker (FW), früherer Bürgermeister von Au und Gegenkandidat von Irlstorfer bei der Bundestagswahl, in einer Stellungnahme. "Zwischenzeitlich sind seit dieser Zusage schon wieder neun Monate vergangen und es ist mehr als überfällig, dass der wiedergewählte Direktkandidat unseres Stimmkreises, nicht nur bei diesem Thema, endlich in die Gänge kommt", kritisiert Ecker. Und das nicht nur vor einer Wahl, sondern er müsse gerade nach einer solchen seine Versprechen halten.

Das wiederum will Irlstorfer nicht auf sich sitzen lassen. "Die Ampelanlage in Reichertshausen", versicherte er seinerseits. Auf Nachfrage habe ihm das bayerische Ministerium für Bauen, Wohnen und Verkehr vor wenigen Tagen erklärt, dass die Planungen für die stationäre Ampel abgeschlossen seien. "Festzuhalten ist, dass die Installation einer Fußgängerampel nicht so einfach ist, wie manche denken", verweist er mit einem Seitenhieb auf Ecker. Planungsgespräche, Vermessungen, Spartenuntersuchungen, aber auch Detailplanungen seien erforderlich, bevor die Baumaßnahme ausgeschrieben, vergeben und umgesetzt werden könnten.

Laut Irlstorfer hat ihn das Staatsministerium darüber in Kenntnis gesetzt, dass im vergangenen Oktober ein Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde, der Polizei, der Verkehrsbehörde des Landkreises und des Staatlichen Bauamts stattgefunden habe. Offene Fragen seien da geklärt und der Standort der Ampel festgelegt worden. "Ziel ist es, die neue Fußgängerampel in Reichertshausen in diesem Jahr zu finalisieren und in Betrieb nehmen zu können", versichert Irlstorfer. Die Ampel werde nun detailliert geplant und alle Rahmenbedingungen mit einbezogen. Um die weitere Umsetzung kümmere sich dann das Staatliche Bauamt in Freising.

© SZ vom 24.02.2022 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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