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SZ-Serie: Freisinger Köpfe:Musikalischer Tausendsassa

Cornelia "Conny" Kreitmeier singt, textet und komponiert - und leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie

Von R 7regu, Freising

Cornelia "Conny" Kreitmeier.

(Foto: Marco Einfeldt)

Seit fast 30 Jahren steht sie schon auf der Bühne. "Als Frontfrau, Arrangeurin, Texterin und Sängerin", sagt Cornelia "Conny" Kreitmeier () über sich selbst. Die Freisinger kennen die 49-jährige Musikerin vor allem durch ihre Auftritte mit dem Gitarristen Norbert Bürger. Mit ihm war sie von 1997 bis 2007 als "Orchester Bürger Kreitmeier" zu sehen.

Conny Kreitmeier, eine gebürtige Münchnerin, wurde in Neufahrn groß. Als 16-Jährige spielte sie in einer Schulband mit, das waren die Anfänge. "Das war es, was ich wirklich machen wollte", erzählt sie. Die Eltern unterstützten sie nicht bei ihrem Wunsch, professionelle Musikerin zu werden. Conny Kreitmeier absolvierte zunächst eine Lehre zur Handwerksbuchbinderin. "In meiner Freizeit ging es aber nur um Musik, Bands und Proben." Mit Anfang 20 finanzierte sie sich ihren Traum mit Nebenjobs: Sie studierte an der Münchner Jazzschool und legte damit den Grundstein zu ihrer musikalischen Karriere.

Der Durchbruch auf der Bühne gelang ihr dann endgültig mit dem "Orchester Bürger Kreitmeier". "Das war eine groteske satirische Rock- und Popshow, mit der wir bis zu 150 Live-Auftritte pro Jahr und Tourneen quer durch den deutschsprachigen Raum hatten", erzählt Conny Kreitmeier. Das wahrscheinlich kleinste Orchester der Welt erhielt zahlreiche renommierte Preise - unter anderem auch den Deutschen Kleinkunstpreis 2006. Nachfolgeprojekt dieses Orchesters war das "Stimmungsbüro Kreitmeier" mit Conny Kreitmeier als Dirigentin. Mit dieser Rockband war sie auf allen großen Kabarettbühnen zu sehen. In neu besetzter Form trat das "Stimmungsbüro" noch bis vor Kurzem als feste Studioband der Kabarettsendung "SchleichFernsehen" im Bayerischen Fernsehen auf.

Conny Kreitmeier, die mit ihrem Lebensgefährten in Hangenham bei Marzling lebt, ist nicht nur Sängerin - sie sieht sich als "musikalischen Tausendsassa". Sie komponiert, textet, sie arbeitet als Background- und Studiosängerin und als Gesangsdozentin. Auch als Schauspielerin hatte Kreitmeier schon Auftritte. "Ich bin ein leidenschaftlicher Profi." Ein Profi, der allerdings seit vielen Monaten diese Leidenschaft kaum mehr leben kann.

Denn die Corona-Pandemie hat für die Künstlerin dramatische Folgen: Die Aufträge brechen weg, die Einnahmen fehlen. "Die Kunst ist etwas Wunderbares und Unersetzliches - aber es ist inzwischen sehr schwierig geworden, davon zu leben", sagt Kreitmeier.

© SZ vom 18.01.2021
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