SZ-Serie: Freisinger Köpfe:In der Kulturszene tief verwurzelt

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(Foto: Marco Einfeldt)

Als Straßenmusiker ist Ritsch Ermeier weltweit unterwegs, als "Marktstrawanza" ganz heimatnah

"Wenn ein Kind durch die Stadt läuft und griasdi zu mir sagt, dann ist auch das für mich irgendwo Kultur. Kultur ist ein großer Begriff, aber es hat für mich mit Zwischenmenschlichkeit und Zusammenleben zu tun", so Ritsch Ermeier. Lange Zeit war es zuletzt allerdings sehr still um die Kunst und die Kultur geworden, doch mit den Lockerungen und den sinkenden Inzidenzen kehrt auch dort wieder Leben ein. Ritsch Ermeier aus Au ist schon immer tief in der Kulturszene verwurzelt.

Geboren wurde er am 9. Juli 1966 in Mainburg und ist anschließend in Au in der Hallertau aufgewachsen. In Moosburg absolvierte er die Realschule, machte eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann und studierte BWL. Mit 23 Jahren machte er sich als Straßenmusikant auf in die Welt und war in Amerika, in Kanada und in ganz Europa unterwegs. Mit Lederhose und T-Shirt zog er um die Welt. "In Seattle wollten sie mich einmal wegen meines Outfits nicht spielen lassen", erinnert sich Ermeier und lacht.

Zwischen seinen Reisen war er immer wieder mal daheim und arbeitete dort im Hopfengarten, um Geld zu verdienen. Um 1996 ist er dann beim Radio gelandet, zuerst bei Charivari in Regensburg und dann bei einem lokalen Sender in Landshut. 20 Jahre lang war er freiberuflicher Rundfunkredakteur, bis er darauf keine Lust mehr hatte. "Mir hat das dann keinen Spaß mehr gemacht, früher hatte man ja auch seinen eigenen CD-Koffer dabei, mittlerweile ist aber alles formatiert, das hat mir nicht mehr gefallen", erzählt er.

Anschließend konnte er sich einem Projekt widmen, das er schon lange im Kopf hatte: ein eigenes Hörbuch aufnehmen. So gibt es jetzt sein Hörbuch über die Hallertau mit zum Teil eigenen Liedern und ein weiteres mit Adventsgeschichten. 2020 kam sein erstes Kinderbuch "Dem Mond seine Leibspeis" dazu. Daneben ist Ermeier seit 20 Jahren als Quetscherer bei Sauglocknläutn, einem bayerischen Volksmusik-Kabarett-Duo. Außerdem leitet er seit ungefähr drei Jahren Stadtführungen in Mainburg und Marktführungen bei den Marktstrawanzan in Au, die er musikalisch begleitet, was seine eigene Idee war.

Was ihm aus seiner vielfältigen Laufbahn in Erinnerung geblieben ist, wie seine erste Kulturveranstaltung dieses Jahr war und welche Auswirkungen Corona auf die Kultur hat, erzählt Ritsch Ermeier im Interview.

© SZ vom 02.08.2021 / glim
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