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Stimmen zur Stichwahl in Freising:Wie ein leeres Stadion

Corona-Krise überschattet die Freunde der Wahlsieger

In Zeiten von Corona sei eben alles anders, sagt der zukünftige Bürgermeister Marzlings, Martin Ernst. Keine Wahlparty, keine persönlichen Gratulationen. Und wie die konstituierende Gemeinderatsitzung über die Bühne gehen soll, weiß man auch noch nicht: der Rathaussaal bietet wegen des erforderlichen Abstandes zwischen Stühlen der Räte und Besucher nicht ausreichend Platz. "Aber irgendwie kriegen wir auch das noch hin", sagt Ernst.

"Ein starkes Ergebnis unter schweren Rahmenbedingungen. Du darfst stolz sein, Manuel. Der Landkreis Freising ist noch nicht bereit für einen jungen Landrat." Das schreibt Tobias Weiskopf, der für die FDP als Landratskandidat angetreten war, auf Facebook. Er stammt wie Mück aus Allershausen.

Er fühle sich wie ein Goldmedaillengewinner in einem leeren Stadion, sagte der neue Zollinger Bürgermeister Helmut Priller angesichts der Tatsache, dass eine Feier wegen Corona derzeit ausfallen muss.

"Es wäre falsch, wenn man nicht enttäuscht wäre", sagt Josef Schwaiger, der in Wang verloren hat und einen engagierten Wahlkampf geführt hat. "Aber damit muss man rechnen." Immerhin sei es schon auch ein Erfolg, in die Stichwahl zu kommen.

Am Wahlabend wandte sich Michael Krumbucher, der neue Bürgermeister in Rudelzhausen, an die Senioren: Es gebe immer noch über 70-Jährige, die selbst zum Bäcker gehen. Sie sollten doch bitte den Lieferservice von Freiwilliger Feuerwehr und Frauenbund für die älteren Mitbürger in der Corona-Krise nutzen.

"Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken", verspricht Manuel Mück, Landratskandidat der CSU. Er sei enttäuscht und zuversichtlich zugleich. "Es ist ein Ergebnis mit Perspektive", stellt Mück fest. Er habe in jedem Fall Ambitionen, in sechs Jahren wieder zu kandidieren.

"Ich freue mich, ich bin überrascht über das gute Ergebnis", kommentierte Helmut Petz, der neue Landrat im Landkreis Freising, sein Abschneiden. "Ich will in den kommenden sechs Jahren anschieben."

© SZ vom 30.03.2020 / regu, sz
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