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Freisinger Traditionsbetrieb:Zurück zum alten Namen

Freisinger Brautechnologie-Hersteller firmiert wieder unter Steinecker GmbH.

(Foto: Marco Einfeldt)

Brautechnologie-Hersteller firmiert wieder unter Steinecker GmbH.

Von Kerstin Vogel, Freising

Erfreuliche Nachrichten in schwierigen Zeiten: Die traditionsreiche Freisinger Firma Steinecker, die 2005 als Technologiebereich in die Krones AG integriert wurde, wird künftig wieder als Steinecker GmbH firmieren und damit wieder in größerer Eigenverantwortung agieren. Zwar war der Name nie aus dem Sprachgebrauch der Freisinger verschwunden und auch auf der Produktionshalle in Attaching prangt bis heute "Steinecker" in großen blauen Lettern. Doch genau genommen wurde hier in den vergangenen 16 Jahren in einem Krones Werk produziert.

Tatsächlich hatte auch die Krones AG den Namen "Steinecker" wegen seiner langen Tradition und großen Bekanntheit in der internationalen Braubranche stets als Dachmarke für seine Brautechnologie-Lösungen genutzt, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Nachdem der Konzern 2021 nun einen stärkeren Fokus auf den Anlagenbau in der Prozesstechnik legen wolle, solle dieser Bereich wieder auf eigene Beine gestellt werden: "Ab April 2021 wird deshalb die neugegründete Steinecker GmbH am Markt aktiv sein und als Brautechnologie-Experte innerhalb des Krones Konzerns Kunden auf der ganzen Welt brauereispezifische Prozesstechnik-Lösungen und -Anlagen anbieten."

Für die 450 Mitarbeiter in Freising ändert sich nichts

Für die etwa 450 Freisinger Beschäftigten bleibt der Mitteilung zufolge alles beim alten. Offiziell werden sie zwar nicht mehr im Freisinger Krones Werk, sondern bei der Steinecker GmbH beschäftigt sein. Weil das Unternehmen aber eine 100-prozentige Tochter der Krones AG bleibt, werden die bestehenden Beschäftigungsverträge in die neue Gesellschaft übergehen - "inklusive Anerkennungstarifvertrag mit der IG Metall, bestehender Betriebsvereinbarungen sowie betrieblicher Regelungen bei der Altersvorsorge", wie die Krones AG versichert. Dazu gehört eine Standortsicherung, diese laut Mitteilung allerdings nur bis zum 31. Dezember 2023. "Mit dieser Maßnahme bietet sich für Steinecker die Möglichkeit, Strukturen und Prozesse wieder ganz dem Kerngeschäft des Anlagenbaus anzupassen", wird Uwe Görg, Betriebsratsvorsitzender in Freising zitiert.

Die Geschäftsführung der Steinecker GmbH übernimmt Dirk Hämling. Er leitet bereits seit Sommer 2020 den Standort Freising. "Die Ausgliederung bedeutet nicht, dass wir kein Teil der Krones Familie mehr sind. Ganz im Gegenteil, wir werden als Steinecker auch weiterhin sehr eng und kooperativ innerhalb der Gruppe zusammenarbeiten", betont Hämling. Man bekomme jedoch die Möglichkeit, "viel eigenverantwortlicher und agiler zu arbeiten".

Anton Steinecker hatte seine Maschinenfabrik im Jahr 1875 gegründet und am damaligen Standort an der Münchner Straße Brauerei- und Mälzereimaschinen hergestellt. Vor knapp 40 Jahren begann die Zusammenarbeit mit Krones, dem Systemlieferanten für die Getränke- und Lebensmittelbranche mit Sitz in Neutraubling. Seit 1994 ist Steinecker fester Bestandteil der Gruppe, zuletzt als integrierter Technologiebereich in der AG. Die letzte große Investition am Standort Freising war das Steinecker Brew Center, das Mitte 2018 eröffnet wurde: In der modernsten Versuchsbrauerei der Welt können seitdem Brauer rund um den Globus, aber auch die Mitarbeiter von Steinecker selbst Versuche durchführen und Produktinnovationen sowie neue Technologien testen.

© SZ vom 24.02.2021/ilos
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